Badeunfall durch Herzstillstand

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Die Freunde und Familienangehörige haben Blumen für den Verstorbenen niedergelegt Foto: Grell
 
Das Bad bleibt auch weiterhin geschlossen. Ohne Rettungsschwimmer kann hier kein Betrieb stattfinden

Strandbad bleibt vorerst geschlossen

Von Karen Grell
Farmsen. Am Freitag vor einer Woche starb im Strandbad in Farmsen der zwanzigjährige Osei S. Er war ein trainierter Fußballer, der dennoch an einer Herzkrankheit gelitten haben soll. Nach den bisherigen Untersuchungen erlitt der Niederländer mitten auf dem See einen Herzstillstand und ging dort vor den Augen seiner Freunde unter. Einmal kurz soll er noch aufgetaucht sein, dann hätten ihn die Kumpel nicht mehr gesehen. Die alarmierte Feuerwehr konnte den jungen Mann aus neun Metern Tiefe nur noch tot bergen.
Unberechtigte Vorwürfe
Kurz darauf begannen die Anschuldigungen gegen die Rettungsschwimmer, denen vorgeworfen wurde, nicht schnell genug reagiert zu haben und so das Leben des Osei S. in Gefahr gebracht zu haben. Die Obduktion ergab im Anschluss dann allerdings, dass der Mann an einem Herzleiden erkrankt war und wohl bereits tot war, bevor er unterging.
Carl-Heinz Götz, der Betreiber des Strandbades verteidigte seine Rettungsschwimmer, die zu jeder Zeit korrekt gehandelt hätten. Am Mittwoch der darauffolgenden Woche fand dann im Strandbad eine Gedenkfeier der Familie und der Freunde des Verstorbenen statt, von der die Mitarbeiter des Strandbades nur durch Zufall aus dem Internet erfuhren. Über 300 Menschen versammelten sich am Wasser und auf der Insel, um dem jungen Mann zu gedenken. Weder das Personal des Strandbades, noch die Badegäste waren auf diese Situation vorbereitet, die eskalierte, weil die Trauergäste sich durch die Badegäste gestört fühlten. „Ich habe dann noch einmal für drei Tage geschlossen“ so Carl-Heinz Götz, der weitere Zwischenfälle vermeiden wollte. Am Wochenende sollte der Betrieb weitergehen, doch das Wetter war schlecht und gewöhnlich richten sich die Badezeiten des Strandbades immer ein wenig nach dem Wetter. „Auch nach einem so tragischen und bedauerlichen Unfall muss der Badebetrieb irgendwann einmal wieder weitergehen und die Menschen versuchen, zur Normalität zurückkehren“, meint auch Pastor Jürgen Wippermann, der den jährlichen Sommergottesdienst im Strandbad wie immer stattfinden lassen will. „Natürlich werden wir dort auch für den Verstorbenen beten und ihm gedenken“, so Wippermann. Die Pläne, das Strandbad nun bei den nächsten warmen Temperaturen wieder zu öffnen wurden nun allerdings von der Kündigung der Rettungsschwimmer zurückgeworfen. Die beiden Ehrenamtlichen konnten dem Druck der Öffentlichkeit und der Medien nicht mehr standhalten und gaben ihre Tätigkeit fristlos auf. „Die beiden wurden praktisch bei jedem Schritt verfolgt“, bedauert Götz die Entwicklung der Situation. „Beim Einkaufen war ihnen stets jemand auf den Fersen und sogar die Eltern wurden befragt“. Das Strandbad wird deshalb jetzt vorerst so lange geschlossen bleiben müssen, bis sich neue ehrenamtliche Rettungsschwimmer gefunden haben. „Wir haben sonst bei schönem Wetter immer bis Mitte September geöffnet“. kg

Strandbad Farmsen, Neusurenland, Leitung Carl-Heinz Götz, Tel.: 643 4410 Wer sich als Rettungsschwimmer bewerben möchte, kann sich täglich zwischen 11 und 13 Uhr melden
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