Bagger reißt Landhaus ein

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Dem einstigen Werbeträger des Alt-Rahlstedter Landhauses „Hinnerk Pörksen“ geht der Abrissgreifer „an den Kragen“Foto: güb

Alt-Rahlstedter Landhaus weicht Wohnungsbau

Von Günther Brockmann
Hamburg. Der Abrissbagger leistet ganze Arbeit. Das Alt-Rahlstedter Landhaus an der Bargteheider Straße wird abgerissen. Mitte dieser Woche wird es nicht mehr zu sehen sein. Das frühere Wahrzeichen an der Bargteheider Straße konnte nicht mehr erhalten werden. „Die Bausubstanz des nicht unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes haben Experten untersucht. Ihr Urteil war eindeutig. Es ist nicht erhaltenswert“, erklärte Architekt Heinrich Meier. Er hat auch für den Investor Alsterbau den Auftrag übernommen, ein neues Wohngebäude am ehemaligen Standort des Alt-Rahlstedter Landhauses zu errichten. „Hier werden 30 Wohnungen entstehen. Ob es Eigentumswohnungen oder Mietwohnungen werden, ist noch nicht entschieden. Auf jeden Fall werden die Wohnungen nach modernen lärmschutztechnischen Bedingungen errichtet. Es sind familiengerechte Wohnungen zwischen 70 und 90 Quadratmeter Wohnfläche“, erläuterte der Architekt.
Die Geschichte des Alt-Rahlstedter Landhauses begann im Jahre 1900. Damals hieß die Straße noch Ahrensburger Chaussee und es entstand dort „Breede’s Gasthof“. Das Wirtshaus war Ziel für viele Fuhrwerke. Es diente als „Utspann“, wo Pferde gewechselt wurden, die Lastfuhrwerke auf dem wichtigen Handelsweg zwischen Hamburg und Lübeck zogen.
Der Saal des Wirtshauses wurde 1903 angebaut. Im Jahre 1912 übernahm die Familie Schierhorn das Gasthaus und führte es unter dem Namen „Gasthaus Schierhorn“.
Rahlstedts berühmter Dichter Detlef von Liliencron und dessen Freund, der bekannte Opernsänger Willi Birrenkoven, sind in dem Gasthaus oft eingekehrt. Seit 1975 bewirtschaftete die Familie Nicolaisen das Haus. Viele Rahlstedter Familien feierten in dem großen Festsaal des Alt-Rahlstedter Landhauses ihre Feste. Da der Gastronomiebetrieb für den Betreiber nicht mehr rentabel war, entschloss er sich zum Abriss. „Wir rechnen damit, dass Ende 2014 die Wohnungen bezogen werden können“, so Architekt Heinrich Meier. (güb)
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