Bekommt die Wandse wieder eine Brücke?

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Jürgen-Robert Wulff an den Wandseterrassen. Dahinter, zwischen Schweriner Straße und Wariner Weg, verläuft der Wanderweg Richtung Siek zunächst im Nichts Foto: Christa Möller
 
Der Wandsewanderweg (Rahlstedter Uferweg), zwischen der Hinzemühle an der Rahlstedter Bahnhofstraße und der Altrahlstedter Kirche Foto: Wulff/wb

Mehr Schilder, bessere Wege und eine Überquerung: Der Arbeitskreis Rahlstedt hat viel vor

Von Christa Möller
Bezirk Wandsbek. Die Wandseterrassen beim Rahlstedt-Center an der Schweriner Straße? Mancher steht davor und sucht, was einen so wohl klingenden Namen hat und ein idyllisches Plätzchen sein könnte, das zum Verweilen einlädt. Denn bislang handelt es sich eher um einen Platz „mit ohne Nix“. Gleich daneben im Bereich des Baches verdeckt ausuferndes Grün teilweise die Sicht, ebenso wie das Geländer davor, das mangels Alternativen als Fahrradständer herhalten muss.

Nutzungskonzept

Im Auftrag des Rahlstedter Bündnis entwickelte der im Bürgerverein angesiedelte Arbeitskreis Rahlstedt ein Nutzungskonzept, das dazu beitragen soll, den bislang noch wenig ansprechenden Bereich mittels Biergarten, Spielplatz, Boule- und Eventfläche zu beleben. Jetzt prüft die Bezirksverwaltung den daraus resultierenden interfraktionellen Antrag, der im Regionalausschuss bereits auf Zustimmung stieß. Nach Klärung der Kostenfrage könnten die Pläne im nächsten Frühjahr in Angriff genommen werden.

Wandsebrücke

Ein weiteres Projekt des Arbeitskreises Rahlstedt beschäftigte zunächst dessen Leiter Jürgen-Robert Wulff und Bürgervereinsmitglied Gisela Lamp, die mittlerweile 1.200 Unterschriften für eine neue Wandsebrücke am Kundenzentrum sammelten. Die alte Brücke aus dem Jahr 1984 war zwar in den Auflegerbereichen marode, wie Wulff weiß, aber nicht nur die Brücke wurde Anfang dieses Jahres abgerissen, sondern die intakten Fundamente gleich mit, denn die Verwaltung hatte offenbar nicht geplant, die Brücke zu ersetzen. Nun müssen Besucher des Kundenzentrums von der Rahlstedter City aus einen, wenn auch nur etwa 350 Meter langen, Umweg auf sich nehmen – nicht schön für ältere oder gehbehinderte Menschen. Daraufhin wurde nun der Arbeitskreis aktiv, der zwecks besserer Infrastruktur eine neue Brücke plant. Jürgen-Robert Wulff hat inzwischen ein Angebot in Höhe von 50.000 Euro für eine drei Meter breite Brücke aus Kunststoff vorliegen. Dazu kämen 20.000 Euro für neue Fundamente und gegebenenfalls den Aufbau. Den hatte damals das Technische Hilfswerk kostenlos übernommen – eine Möglichkeit, die für die neue Brücke noch zu prüfen wäre. „Jetzt wollen wir den Regionalausschuss davon überzeugen, dass diese Brücke sinnvoll ist“, sagt Jügen-Robert Wulff. Er sieht gute Chancen auf ein positives Ergebnis und überhaupt: „Wer nichts tut, hat schon verloren“.

Wanderweg

Auch bei seiner dritten Aufgabe spielt die Wandse eine große Rolle: Der Wandsewanderweg führt von der Quelle im schleswig-holsteinischen Siek über Rahlstedt, Tonndorf, Wandsbek und Eilbek zur Mündung in die Alster bei der Sechslingspforte. Doch die Strecke ist für Wanderer und Radfahrer nicht immer so leicht zu finden. „Der Weg ist nicht ausgeschildert, unterschiedlich ausgestattet und am marodesten in Rahlstedt“, bedauert Wulff. Dort ist er in einigen Bereichen aufgrund der Strömung nur noch 1,50 statt drei Meter breit und „manchmal muss ein entgegenkommender Radfahrer in die Brennnesseln springen“, schildert Jürgen-Robert Wulff.

Infrastruktur

Doch das soll anders werden. Derzeit erarbeitet er eine Studie zum Thema. „Vor dem Hintergrund, dass Rahlstedt zahlenmäßig mit 85.000 Einwohnern Hamburgs größter Stadtteil und mit der zentralen Rahlstedter Bus- und Bahnhaltestelle auch als zentraler kommunaler Standort angewachsen ist, haben sich hier die allgemeinen Infrastrukturen innerhalb des Gemeinwesens gar nicht oder nur schwach nachhaltig weiterentwickelt.“ Eine so genannte Freizeitkultur, Angebote also für Jung und Alt, seien in Rahlstedt kaum zu finden. „Insbesondere fällt hierzu der Grüngürtel entlang der Wandse als ein ideales Naherholungsgebiet mit kleinen Biotopen, Feuchtgebieten, aber auch mit Freizeitgestaltungsflächen ins Auge“, so Wulff. Hier seien beispielsweise Grillpausen, Events oder Kleinmärkte denkbar. Auch ein Fahrradverleih könnte sich hier etablieren. Die tangierenden Stadtteile sollen in die Pläne eingebunden werden.

Veloroute

Der den Bach begleitende Weg könnte für Spaziergänger sowie als Velo-Route ausgeschildert werden mit Hinweisen auf Sehenswürdigkeiten in den Ortsteilen, wo es unter anderem zahlreiche alte Kirchen zu entdecken gilt. Hinweisschilder, Flyer und entsprechendes Kartenmaterial gilt es entsprechend zu erstellen. In etwa drei Monaten, so hofft er, wird die Studie fertig sein. Was die Umsetzung kosten würde, steht zwar noch nicht endgültig fest, aber „um Millionenbeträge geht es hier nicht“, sagt der Arbeitskreis-Leiter, der hofft, die Finanzierung durch Sponsoring sicherstellen zu können.
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1 Kommentar
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Elke Noack aus Rahlstedt | 20.11.2013 | 18:03  
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