„Beratungsstelle ist überlastet“

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Manfred Gans (l.) und Egon Specht brauchen Unterstützung für ihre BeratungsstelleFoto: güb

„Quadriga“ im Stadtteilbüro Jenfeld nimmt nur noch Klienten aus Wandsbek

Jenfeld. Die Beratungsstelle der Quadriga GmbH im Stadtteilbüro Jenfeld in der Straße Bei den Höfen ist im Dezember des vergangenen Jahres ins Erdgeschoss umgezogen. „Durch den Umzug ist unser größtes Problem, die Überlastung der Beratungsstelle, nicht geringer geworden. Immer mehr Menschen suchen uns auf, um ihre Probleme wie die Zahlung von Hartz IV, Wohngeld- oder Kindergeldfragen mit uns zu besprechen. Sie sind einfach überfordert, die behördlichen Formalitäten zu begreifen. Hinzu kommt, dass fast die Hälfte aller Abrechnungen, die sie bekommen, fehlerhaft sind. Das führt zu Nachfragen und zu weiteren Arbeitsvorgängen. Alles zusammen sprengt den Rahmen unserer personellen Besetzung“, sagte Manfred Gans, Geschäftsführer von Quadriga.

Beratungsdauer ist gravierend angestiegen

Im Sachbericht über die Sozialberatung wurde festgestellt: „Lag der durchschnittliche terminliche Jahresaufwand pro Klient noch 2009 bei 2,7 Terminen, entfielen in 2011 auf jeden Klienten durchschnittlich 3,2 Termine. Die beschriebene Entwicklung hat sich auch in 2012 fortgesetzt. Doch gleichzeitig ist die Zahl der insgesamt abgefertigten Klienten weiter gesunken, weil die Beratungszeiten so gravierend angestiegen sind. „Die Beratungsstelle muss sich zwangsläufig auf einen immer kleiner werdenden Kreis von Klienten beschränken und dabei immer mehr Klienten faktisch ausschließen, weil die verfügbare Zeit für diesen Kreis aufgebraucht ist. So hilft in der gegenwärtigen Situation nur eine deutlich konsequentere Einschränkung der Aufnahmen von neuen Klienten als in den Vorjahren. Neue Klienten werden absehbar nur noch aus dem Raum Wandsbek aufgenommen und erhalten spätestens innerhalb von zwei Wochen einen Termin. Ratsuchende, denen kein Termin angeboten werden kann, können wir nur noch zu anderen Beratungsstellen weiterleiten“, sagte Berater Egon Specht.
Er appelliert an Politik und Verwaltung, die personelle Ausstattung der Einrichtung der Sozialberatung zu überdenken. Wenn man den Menschen helfen will, ist seiner Meinung nach eine optimale Beratung erforderlich. (güb)
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