Bescherung für 100 Flüchtlingskinder

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Andrea Godau überreicht einem Kind ein Geschenk Foto: fbt
 
Kinder und Mütter aus der Zentralen Erstaufnahme Foto: Timm

Kinderwerk „Arche“ beschenkt Mädchen und Jungs im Moorpark

Von Frank Berno Timm
Jenfeld
Weihnachten war für kleine und größere Kinder in der Zentralen Erstaufnahme (ZEA) Moorpark dieses Jahr schon am 15. Dezember. Das christliche Kinder- und Jugendwerk Arche verteilte Tüten und Kartons mit kleinen Geschenken. Die Verständigung klappte mühelos. Es ist ein sehr einfacher Raum. Ein paar Bierbänke stehen hier, die Wände sind weiß, draußen ist es wintergrau. Manchmal gehen Kinder vorbei, gegenüber wird ein anderer Container gereinigt. Hier, in der Essensausgabe der Zentralen Erstaufnahme Moorpark, bekommen derzeit 720 Bewohnerinnen und Bewohner normalerweise ihre Mahlzeiten. Es sei „alles ruhig in letzter Zeit“, sagt Einrichtungsleiter Bastian Faust, der sich mit rund 20 Mitarbeitern vor allem um Syrer, Afghanen, Iraner und Eritreer kümmert. Dazu gibt es einen Sicherheitsdienst. Carolin Hofmann, die die Kinder- und Familienarbeit der „Arche“ in Jenfeld leitet, kommt mit ihren Mitarbeiterinnen angefahren. In Windeseile wird der Containerraum umgeräumt und der Transporter ausgepackt: An die 100 Beutel und Kartons voller Süßigkeiten, Stifte und Kleidungsstücke, nach Alter und Geschlecht sortiert, werden auf die Tische gestellt und für das Verteilen vorbereitet. Dreimal die Woche kommt die Arche hierher, um mit den Kindern zu basteln und zu spielen. Wie viele machen mit? Zwischen 15 und 60, sagt die gelernte Erzieherin, die Verständigung klappt mit Händen und Füßen. Die mit gebrachte Gitarre wird gestimmt, eine Sitzbank quer vor die Eingangstür gestellt, als die ersten Kinder mit ihren Eltern – fast immer sind es die Mütter – kommen, geht es los.
„Alle Jahre wieder“, „O Du fröhliche“ singen wir, ein Arbeiter baggert ungerührt weiter, nur wenige Schritte entfernt, die Kinder klatschen begeistert. Die Frauen verschwinden wieder hinter dem Tresen, ein Kind nach dem anderen bekommt einen Karton oder eine Papiertüte in die Hand gedrückt. Damit keiner zwei Mal kommt, kriegt jeder ein grünes Herz mit Filzstift auf die Hand gemalt. Auf einmal gibt es Gedränge: Der Eingang ist schmal, manche Kinder sind sehr klein: „One line, one line!“ rufen die Frauen – alle beruhigen sich wieder, es geht weiter. Die großen Augen der Kinder sagen eigentlich alles. Einige können schon „Dankeschön!“ sagen. Schlingel probieren es zweimal, andere sagen mit Händen und Füßen, ihr Kind würde gerade schlafen – aber Carolin Hofmann, Andrea Godau und Elke Kusch weichen nicht von ihren Regeln ab: Jeder müsse selbst kommen, machen sie klar. Dann kommen auch ein paar größere Kinder, die sich genauso freuen, wie die Kleinen. Die Geschenke stammen aus einer Schule und eigenen Ressourcen, erläutert Caroline Hofmann. Es sind rund 100 Pakete, die heute verteilt werden – so viele Kinder leben hier. Die Winterkälte hat etwas nachgelassen, aber Gemütlichkeit will hier nicht wirklich aufkommen.
Wer auf das Gelände will, muss eine Sicherheitskontrolle passieren, die Häuser und Container sind von einem Bauzaun umgeben. Draußen stehen drei Streifenwagen: Der Einsatz, so Polizeisprecher Holger Vehren am nächsten Morgen, habe sich als vergeblich herausgestellt. An der Bushaltestelle kommt eine große Gruppe Migranten mit riesigen Kleidersäcken entgegen, alles junge Leute – sie grüßen freundlich.
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