Bildungsagentur passé

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Die Bildungsagentur Wandsbek direkt gegenüber dem Einkaufszentrum in JenfeldFoto: rg

Förder-Projekt in Wandsbek stellt Ende 2013 Arbeit ein

Von Rainer Glitz
Jenfeld. „Wir sind in kurzer Zeit ein fester Bestandteil der sozialen Einrichtungen in Jenfeld und Hohenhorst geworden“, bilanziert Christian Eggers von der Bildungsagentur Wandsbek. Mehr als 1.500 Menschen, die meisten mit Migrationshintergrund, wurden in den vergangenen dreieinhalb Jahren beraten. Vielen konnten in Jobs oder Weiterbildungsmaßnahmen vermittelt werden. „Es wäre schön, wenn es weitergehen könnte“, sagt Eggers. Doch die Finanzierung der Bildungsagentur durch den Europäischen Sozialfonds war von vornherein auf drei Jahre befristet. Das Bezirksamt Wandsbek übernahm die Kosten für das laufende vierte Jahr.

Hilfe bei der Suche nach Arbeit und Ausbildung

„Wir sind auch persönlich bekannt im Stadtteil, das hilft oft bei der Netzwerkarbeit“, erläutert Petra Piontek. „Wir beraten und geben Tipps bei der Bewerbung und helfen, das richtige Aus- und Weiterbildungsangebot und den richtigen Arbeitgeber zu finden“. Die Bildungsagentur leiste dabei Hilfe zur Selbsthilfe, und das ganz individuell. Besonders Mütter, die wieder arbeiten wollen, viele davon allein erziehend, zählen zu den Nutzern der Bildungsagentur. Aber auch ausländische Handwerker, deren Abschluss in Deutschland nicht anerkannt wird, finden regelmäßig den Weg ins Büro direkt am Jenfelder Einkaufszentrum. „Wir arbeiten eng mit dem Stadtteilbüro zusammen, bei vielen problematischen Fällen kümmern wir uns um die Nachqualifizierung der Menschen“, erklärt Petra Piontek. Das Aus für die Anlaufstelle im Stadtteil sehen Eggers und Piontek als Verlust für Jenfeld und Hohenhorst. Dabei sei die Politik der Arbeit der Bildungsagentur gegenüber durchaus wohlwollend eingestellt. Allein: Es fehlt das Geld in Zeiten von Haushaltseinsparungen. Mit 100.000 bis 150.000 Euro jährlich könnte die Agentur weitermachen.

Keine Bildungsmesse

Im kommenden Jahr wird damit auch eine Veranstaltung enden, die zusehends erfolgreicher wurde: Die Bildungsmesse im Jenfelder Einkaufszentrum. Mehr als 20 Einrichtungen aus dem Stadtteil nutzten die Messe zuletzt, um in direkten Kontakt mit den Menschen zu kommen. Darunter waren das Jenfeld-Haus, die Jugendzentren, die Volkshochschule oder die Volksbühne. Bislang hat sich niemand gefunden, der die Organisation der Veranstaltung übernehmen möchte. „Wir kannten Jenfeld vorher nicht, aber hier wohnen viele sehr nette Menschen“, sagt Petra Piontek. Nun müssen sie und ihre Kollegen wegziehen und sich selbst neue Jobs suchen.
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