Bücher für Kinder in Peru

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Die Kinder der Grundschule sind stolz auf ihre neuen Bücher Foto: privat

Unterstützungsprojekt für Schulen in peruanischen Anden. Hilfe kommt an

Von Rainer Glitz
Meiendorf
„Ich wollte immer helfen in Peru“, sagt Alicia Saco de Kosmala. Sie ist in Lima geboren, kam 1978 nach Hamburg, machte Abitur und studierte hier, ist seit 34 Jahren verheiratet und betreibt mittlerweile eine private Spanisch-Schule in Meiendorf. Ihre Wahl fiel auf Julcamarca, einen Ort mit 1.300 Einwohnern mitten in den Anden in der Region Huancavelica.
Es ist nicht weit bis Lima, aber die ärmste Region Perus ist schwer erreichbar. Ein erster Besuch scheiterte an der Höhe von 3.700 Metern – mit der kam Saco de Kosmala nicht zurecht. 2008 dann gelangte sie per Flugzeug und Minibus nach Julcamarca. „Ich fragte nach der Grundschule. Zuerst waren die Menschen sehr distanziert“, erzählt sie. Am nächsten Tag aber, als sie mit Büchern erneut vorbeikam, habe sie dann ein Lächeln in den Gesichtern bemerkt. Seitdem fährt sie jedes Jahr in die Anden, um zu helfen.Zunächst feierte Alicia Saco de Kosmala mit ihren Spanischschülern ein jährliches Fest, das immer größer wurde und mittlerweile in der katholischen Mariä-Himmelfahrt-Gemeinde in Oldenfelde stattfindet. Geboten werden Musik und peruanische Speisen. Die Einnahmen und Spenden sind die Grundlage für das Unterstützungsprojekt.
„Hamburgo ilumina Julcamarca“ heißt es mittlerweile. Auf Deutsch: Hamburg lässt Julcamarca leuchten. Die Grundschulkinder bekamen zunächst dringend notwendige, moderne Bücher. „Die Kinder sind so stolz und achten sehr auf ihre Bücher“, sagt Alicia Saco de Kosmala. Es fehlten aber auch ein Herd, um eine warme Mahlzeit zu bereiten, und ein Kühlschrank. Ein Raum zum Essen wurde eingerichtet, neue Teller und Bestecke angeschafft und Wasserhähne repariert.
Ganz ähnliche Probleme gab es auch an der weiterführenden Schule. Auch hier erfolgte Hilfe aus Hamburg. „Die Ernährung der Schulkinder ist sehr wichtig“, sagt die Spanischlehrerin aus Meiendorf. Damit es neben Reis und Kartoffeln auch Gemüse gibt, brachte sie Saatgut für 800 Quadratmeter Anbaufläche in beiden Schulen mit nach Julcamarca.

Werkstätten einrichten


Ihre neueste Idee: Am örtlichen Agrarinstitut sollen Werkstätten eingerichtet werden, um dort die Abgänger der Sekundarschule zu Bäckern oder Schneidern auszubilden. Saco de Kosmala versucht, dabei staatliche Unterstützung zu bekommen. Das Ziel sei, die Menschen in der Region zu halten, auch um die indigene Kultur und deren eigene Sprache Quechua zu bewahren. „Es gibt Chancen für die Menschen aus den Anden“, ist die engagierte Peruanerin überzeugt. Ein Ende ihres Engagements sei nicht in Sicht: „Es gibt noch so viel zu tun.“

Kontakt: alicia.saco.kosmala@t-online.de
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