Busse für Flüchtlinge pendeln leer

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Die Busse pendeln zwischen dem Rahlstedter Bahnhof und der Zentralen Erstaufnahme in Meiendorf Foto: nik

Flüchtlingszahlen sinken, Shuttleverkehr zum Ankunftszentrum Meiendorf fährt dennoch stündlich

Von Nicole Kuchenbecker
Rahlstedt/Meiendorf
Die Flüchtlingszahlen sind rückläufig. In den ersten zwei Wochen im August kamen im Zentralen Flüchtlingszentrum in Meiendorf lediglich 304 Hilfesuchende an. Dementsprechend sind die Fahrgastzahlen der eigens für den Pendelverkehr eingerichteten Shuttlebuslinie zwischen Rahlstedter Bahnhof und Flüchtlingszentren überschaubar. Wie rechnet sich eine Buslinie, die wenig genutzt wird? Es ist Donnerstag, 9.12 Uhr. An der Bushaltestelle Bargkoppelstieg steht niemand. Der Stadtbus fährt leer. Fahrgäste, die zwischen den Standorten der Zentralen Erstaufnahmen Rahlstedt zum dortigen Bahnhof pendeln möchten, gibt es nicht. Hier stellt der Busfahrer die Anzeigentafel kurz um. Zu lesen ist nun: „Fahrtende, bitte nicht einsteigen“. Eingestiegen ist sowieso niemand. Zumindest nicht jetzt. Und auch an der vorherigen Haltestelle nicht. Eine Stunde später sieht es nicht viel besser aus. Um 10.12 Uhr wartet lediglich eine Frau mit Kinderkarre an der Haltestation Bargkoppelstieg am Zentralen Ankunftszentrum in Meiendorf. Der Bus fährt vor; die Mutter steigt mit ihrem Kleinkind ein. Sie sind allein. Die anderen 69 Plätze des Stadtbusses sind leer.

Nachfrage überschaubar


Die Pendelbus-Linie zwischen Bahnhof Rahlstedt (Doberaner Weg) und den Standorten des Ankunftszentrum Rahl-stedt am Bargkoppelstieg und Bargkoppelweg fährt ohne weitere Zwischenhalte. Seit Juni verbindet die eigens für das Flüchtlingszentrum eingerichtete Buslinie die Standorte miteinander. Waren im Mai noch 1009 Menschen nach Hamburg geflüchtet, sank die Zahl im Juli bereits auf 847. „Die Nachfrage nach diesem Bus ist entsprechend der derzeit geringen Flüchtlingszahlen überschaubar“, sagt Christoph Kreienbaum, Sprecher der Hamburger Hochbahn AG und fügt hinzu „dennoch wird dieser Verkehr täglich von Flüchtlingen wie auch von Mitarbeitern des Ankunftszentrum Rahlstedt genutzt.“

20.000 Euro pro Monat


Detaillierte Fahrgastzählungen seien bisher aber nicht durchgeführt worden, räumt Kreienbaum ein. Vielmehr sei der Busfahrplan auf die Öffnungszeiten des Ankunftszentrums Rahlstedt sowie die Fahrzeiten der Regionalbahn in Rahlstedt angepasst. Der Shuttlebus verkehrt daher Montag bis Sonnabend in der Zeit von 6 bis 23 Uhr, am Sonntag von 8 Uhr bis 20 Uhr; und das jeweils stündlich. Dabei variiert der Bustyp: So kommen Stadtbusse mit 70 Plätzen zum Einsatz, aber auch Gelenkbusse, in denen 105 Menschen Platz finden. Für diesen Service zahlt die Behörde für Inneres und Sport als verantwortlicher Träger des Ankunftszentrums Rahlstedt rund 20.000 Euro monatlich.
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1 Kommentar
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Rainer Stelling aus St. Georg | 31.08.2016 | 09:39  
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