CDU warnt: Bramfelder See droht umzukippen

Anzeige
Uferzone des Alten Teichs: zum Schlammcatchen geeignet Foto: tel

Bezirksamt Wandsbek sieht hingegen keinen Handlungsbedarf

Von Michael Hertel
Bramfeld
Die Wandsbeker CDU schlägt Alarm: „Der kleine Bramfelder See verschlammt und droht umzukippen“, behaupten die Christdemokraten. Für das Bezirksamt Wandsbek dagegen gibt es derzeit keine Anzeichen dafür. Allerdings existiert auch keine offizielle ökologische Bewertung des Gewässers, wie aus der Antwort des Bezirksamtes auf eine Kleine Anfrage der CDU hervorgeht. Offiziell handelt es sich bei dem See um das Rückhaltebecken „Alter Teich“, der schon seit Jahren für Schlagzeilen sorgt. Bereits im Jahr 2012 hatte das Bezirksamt eine „Teilentschlammung“ des Alten Teichs angekündigt, die dann aber doch nicht stattfand. Spätestens mit der Absenkung des Wasserspiegels vor zwei Jahren um rund 30 Zentimeter traten die Probleme offen zutage. In der Folge vertrockneten Uferbereiche. In diesem Jahr sieht man breite Flächen des westlichen Ufers im Morast versinken, und Spaziergänger fragen sich: „Ist das natürlich?“ Dazu Andreas Lampe, Referent für Gewässerschutz beim Naturschutzbund (NABU) Hamburg: „Rückhaltebecken fangen Sedimente aus Fließgewässern, Gräben und Regenkanalisation auf. Bei Bedarf müssen sie dann entschlammt werden. Das läuft in einigen Bezirken noch, in anderen nicht.“ Lampe hält den Zustand nicht für natürlich: „Der Schlamm ist häufig belastet durch Rückstände von den Straßen wie Benzin und Öl oder auch durch Zink aus den Regenrinnen. Früher war der Schlamm auch stark bleihaltig. Das hat sich zwar gebessert. Aber schädlich ist, dass der Schlamm das Wasservolumen in den Teichen reduziert. Pollen und Blätter zersetzen sich im Wasser und zehren den Sauerstoff.“ Im Ergebnis könne das zu Fischsterben führen, zu dem es in Hamburger Rückhaltebecken immer wieder kommt. Für Abhilfe könnten vor allem Entschlammungen sorgen. Doch die sind immens teuer – das Bezirksamt geht von „fünf- bis sechsstelligen Beträgen“ pro Rückhaltebecken aus. Nun will die Behörde zunächst einmal die in Frage kommenden Gewässer untersuchen lassen und eine Prioritätenliste in Sachen Entschlammung aufstellen.
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige