Container-Standort verteidigt

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Großer Andrang bei der Podiumsdiskussion in der Mensa des Gymnasiums Rahlstedt Fotos: Glitz

Diskussion über neue Flüchtlingsunterkunft. Ritzenhoff: „Kann Befürchtungen verstehen“

Von Rainer Glitz
Rahlstedt. „Ich kann die Ängste und Befürchtungen der Anwohner verstehen. Aber es geht um gerade einmal 130 Menschen, die mehr Angst vor uns haben als umgekehrt“, erklärte Wandsbeks Bezirksamtsleiter Thomas Ritzenhoff gleich zu Beginn der Podiumsdiskussion in der Mensa des Gymnasiums Rahlstedt. Mehr als 100 Anwohner und Interessierte waren gekommen, um Fragen zu stellen und teils ihren Unmut zum Ausdruck zu bringen. Warum soll die Flüchtlingsunterkunft ausgerechnet an der Rahlstedter Straße 8 errichtet werden – das war die häufigste Frage an die Fachleute der Sozialbehörde und des Trägers „Fördern und Wohnen“. Die Verwaltung nehme die Sorgen der Anwohner nicht ernst, der Bereich Rahlstedt/Tonndorf sei bereits sozial schwach und ertrage keine weitere Belastung, beschwerten sich mehrere Bürger. Andere äußerten die Befürchtung, es könne extrem laut werden, in Farmsen gebe es entsprechende Erfahrungen.

Grundstück geeignet

„Die Zahl der Flüchtlinge ist in diesem Jahr deutlich gestiegen“, erklärte Bettina Prott von der Sozialbehörde. 1.200 Plätze für Asylbewerber und Wohnungslose fehlten im kommenden Jahr. „Alle Bezirke bemühen sich, neue Unterkünfte zu schaffen. Wandsbek hat bislang relativ wenige Menschen aufgenommen“, so Prott weiter. Und: „Wir haben es uns nicht leicht gemacht.“ 200 Standorte in der Stadt seien geprüft worden, und das Grundstück in der Rahlstedter Straße sei geeignet. „Außerdem ist die Fläche kurzfristig verfügbar“, ergänzte Bezirksamtsleiter Ritzenhoff. Das Grundstück am Rande eines Gewerbegebietes wurde für fünf Jahre angemietet, mit Option auf Verlängerung. Dort sollen fünf zweigeschossige sogenannte Modul-Container für insgesamt 130 Flüchtlinge und Wohnungslose errichtet werden. Es sollen vor allem Familien aus verschiedenen Nationen untergebracht werden.
Die Kinder sollen Kita oder Schule besuchen, für alle werden Sprachkurse angeboten. Sozialarbeiter von „Fördern und Wohnen“ kümmern sich um die Menschen, beraten sie etwa bei Behördengängen. Der Bauantrag für die Unterkunft soll nun gestellt werden, bis zur Fertigstellung wird es aber noch einige Monate dauern.

Auch Zustimmung

Neben kritischen Stimmen gab es im Publikum aber auch Zustimmung. Ziel sei eine friedliche Nachbarschaft, sagte eine Anwohnerin, sie wolle gern ihren Beitrag leisten. Geplant ist ein Runder Tisch mit Vertretern des Bürgervereins, des AMTV und zweier Kirchengemeinden. Mehrere Organisation und einzelne Bürger boten ihre Teilnahme und Hilfe an.
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2 Kommentare
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Elke Noack aus Rahlstedt | 17.12.2013 | 18:26  
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Elke Noack aus Rahlstedt | 17.12.2013 | 18:27  
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