Das Gedächtnis Wandsbeks

Anzeige
Juliane und Björn Bansemer kamen mit Sohn Bastian, 1, auf der Suche nach Informationen über Marienthal ins Museum.

Ein Besuch im Heimatmuseum. Teil I

Von Christa Möller
Wandsbek. Wer in Wandsbek wohnt, sollte es kennen: Das Heimatmuseum an der Böhmestraße 20. Hier, im ehemaligen Morewoodstift, finden sich zahlreiche Zeugnisse der Vergangenheit. Das Gebäude wurde um 1870 als Altenwohnstift errichtet auf Wunsch des 1841 verstorbenen englischen Kaufmannes Joseph Morewood. In den kleinen Räumen geben alte Karten, Fotos, Münzen und vielerlei sonstige Ausstellungsstücke Aufschluss über die Geschichte Wandsbeks. Schon 1929 wurde das Heimatmuseum gegründet, es befand sich vor dem Zweiten Weltkrieg in der Schule Bovestraße, von 1935 bis 1937 im Bovehaus und danach in der 1943 durch die Luftangriffe zerstörten Villa Luetkens im Eichtalpark. „Da ist alles verbrannt, aber nach dem Krieg wurde wieder vieles zusammengetragen“, sagt Ingrid Voss, 1. Vorsitzende des Bürgervereins Wandsbek. Die Mitglieder des 1848 gegründeten Vereins haben die Geschichte wieder aufgearbeitet und bieten Interessierten seit 1979 im Morewoodstift Einblicke in die Vergangenheit. 1991 hat der Stiftungsvorstand das Gebäude dem Heimatverein zur 50jährigen Nutzung überlassen. Dank vieler Spenden konnte es renoviert und unter anderem mit Vitrinen ausgestattet werden. Sechs Mitglieder des Heimatvereins engagieren sich heute ehrenamtlich für das Heimatmuseum.

Claudiusstube

Der Verein nutzt einige Räume im Erdgeschoss für seine Interessengruppen, während im 1. Stock die Claudiusstube mit Ausstellungsstücken über den Dichter und Journalisten Matthias Claudius, die Husarenstube mit Interessantem über die Husarenzeit in Wandsbek von 1871 bis 1914 und weitere Räume mit geschichtlich relevanten Objekten auf die Besucher warten. Ein Modell des Wandsbeker Schlosses, das früher im Bezirksamt stand, ist ebenso zu finden wie Informationen zur Entwicklung Wandsbeks, das 1296 erstmals urkundlich erwähnt wurde, vom Dorf zum Gut, vom Flecken zur Stadt. Bedeutende Wandsbeker wie Heinrich Carl von Schimmelmann („durch ihn ist Wandsbek reich geworden“, so Ingrid Voss) finden ebenso Platz wie die wirtschaftliche Entwicklung, die Mühlen an der Wandse, die Schulen oder die Kirchen am Wandsbeker Markt. Lesen Sie nächste Woche weiter.
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige