Das neue Hamburger Brauhausviertel

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Eine Ansicht der neuen Hinterhöfe, die im Viertel entstehen Visualisierungen: Becken Gruppe
 
Das Gebäude wird die Ecke Wandsbeker Königsstraße/Mühlenstieg prägen

150 Wohnungen zwischen Brauhausstieg, Wandsbeker Königstraße und Mühlenstieg

Von Martin Jenssen
Hamburg. Das Brauhausviertel ist von seiner Lage her eine der besten Wohnlagen in Hamburg. Doch eine moderne Bebauung scheiterte bisher daran, dass sich die vielen Eigentümer kleiner Grundstücke in dem Viertel nicht auf einen großen Plan einigen konnten. Bauunternehmer Dieter Becken hat das Problem erkannt und in den vergangenen zwei Jahren die Grundstücke von sechs Eigentümern gekauft, um die Pläne für eine Wohnanlage mit rund 150 Wohnungen auf dem rund 8000 Quadratmeter großen Grundstück zwischen Brauhausstieg, Wandsbeker Königstraße und dem Mühlenstieg umsetzen zu können. Im Frühjahr 2016 sollen dort die ersten Mieter einziehen.

Gastronomie geplant

Die Wohnungen werden zwei bis vier Zimmer (55 bis 110 Quadratmeter) haben und zu Quadratmeter-Mieten von etwa 13 Euro netto kalt angeboten werden. Sandra Meyer, Projektleiterin der Baumaßnahmen im Brauhausviertel: „Am Mühlenstieg werden außerdem Gewerbe- und Büroflächen entstehen. Gedacht ist unter anderem an Backshops und Gastronomie.“ Geplant sind am Mühlenstieg und Wandsbeker Königstraße viergeschossige Blöcke mit zurückgesetzten Staffelgeschossen, in den Höfen drei-
geschossige Häuser.

Gewerbe umgesiedelt

Sieben Mieter von Gewerbeflächen, die im Bebauungsgebiet angesiedelt waren, wurden auf das Gelände an der Königsreihe 22 umgesiedelt. Auch dieses Grundstück hat die Becken Gruppe erworben. Nach Fertigstellung der Gebäude am Mühlenstieg können die „Aussiedler“, wenn sie wollen, an ihren alten Standort zurückkehren. Danach will die Becken Gruppe an der Königsreihe bis zum Jahr 2019 weitere 150 Wohnungen bauen, so dass in den kommenden fünf Jahren insgesamt 300 Wohnungen im Bauhausviertel entstehen.
Das neue Wohnviertel hat für die neuen Mieter eine hohe Wohnqualität. Es hat eine direkte Anbindung an das Wandsbeker Geschäftsviertel. Durch S-, U-Bahn und Busse ist auch die Hamburger City innerhalb von 15 Minuten zu erreichen. Auf der nördlichen Seite ist für Erholungssuchende die Grünanlage am Mühlenteich schnell zu erreichen.
Die bisherigen Anwohner freuen sich auf die neuen Nachbarn. Gesa Rapcke aus der Wandsbeker Königstraße: „Die schöne Wohnanlage wird unser Gebiet aufwerten. Durch die kleinen Gewerbebetriebe, deren Höfe manchmal nicht aufgeräumt sind, wirkt das Brauhausviertel an manchen Stellen ein wenig rummelig. Allerdings sollten die Bauplaner drauf achten, dass sie genügend Parkflächen für die neuen Bewohner zur Verfügung stellen. Die Parkplatzsituation im Brauhausviertel ist jetzt schon katastrophal.“

Aus Dornröschenschlaf geweckt

Auch die Bezirkspolitiker begrüßen den Umschwung. Rainer Schünemann, stellvertretender Fraktionschef der SPD in der Bezirksversammlung:
„ Es ist gelungen, das Brauhausviertel aus dem Dornröschenschlaf zu wecken. Wir werden uns darum bemühen, dass hier ein gelungenes Nebeneinander zwischen den Mietern und den Gewerbetreibenden gelingt.“
Den Bezirkspolitikern ist die Situation im Brauhausviertel seit vielen Jahren ein Dorn im Auge. Das Viertel hinter dem Wandsbeker Quarree wurde im Zweiten Weltkrieg niedergebombt und danach nur kleinteilig wieder aufgebaut. Damals siedelten sich Kohlen-, Auto- und Schrotthändler an. Einige Höfe wurden gar nicht bebaut. Doch jetzt ist das Signal für den Neuanfang gesetzt.
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