Der Kampf um die Gebühren

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Sieglinde Schulze kämpft an der Seite ihres Mannes für Gerechtigkeit. Für die Korrespondenz in diesem Fall musste schon ein Ordner angelegt werden. Foto: Sobersko

Müssen Anwohner aus der Wagnerkoppel zahlen?

Von Tanja Sobersko
Farmsen-Berne. Das Ganze begann am ersten August letzten Jahres, da flatterte den Bewohnern der Wagnerkoppel in Farmsen ein Gebührenbescheid der Finanzbehörde ins Haus. Für die endgültige Herstellung der Ebeersreye und das Anlegen von Parkbuchten, die Erhöhung der Bordsteine und das Anpflanzen der Bäume sollten die Anwohner zahlen. Die Summen waren anteilig auf die Größe ihrer Grundstücke berechnet worden. Für die Familie Schulze bedeutete dies eine Belastung von 4290,71 Euro. Das pikante an dem Fall: Die Bewohner der Wagnerkoppel sind keine direkten Anlieger der Ebeersreye. Doch die Hamburgische Bauordnung besagt, dass die Gebäude an der Wagnerkoppel durch die Ebeersreye erschlossen werden. „Es genügt der unmittelbare Zugang von einem nicht befahrenen öffentlichen Weg von höchstens 75 Metern“, so die Bauordnung. Das Haus der Schulzes liegt nur 74 Meter weit weg von der Ebeersreye. Pech, könnte man denken, doch so einfach läßt Gerhard Schulze das nicht auf sich und seinem Grundstück sitzen. Er musste zwar zunächst zahlen, doch er legt Widerspruch ein. Seit Monaten, im Grunde genommen seit einem Jahr, ist er mit noch einer knappen Handvoll verbleibender anderer Anwohner dabei, Fakten zu sammeln und Beweise dafür zu finden, dass der Gebührenbescheid nicht rechtens war, beziehungsweise ist. Besonders wurmt Gerhard und Sieglinde Schulze die Tatsache, dass die Straße Ebeersreye ja eigentlich bereits fertiggestellt war. Das Ehepaar vermutet vielmehr, dass die Erschließung der naheliegenden Siedlung am Ebeersweg Grund für die Bauarbeiten war. Auch ärgert die Schulzes die Informationspolitik der Behörde. Bereits während der Bauarbeiten stand fest, dass sich die Anlieger die Kosten werden teilen müssen. Doch die Bescheide wurden Jahre nach der Fertigstellung verschickt. Doch dann mit einem Zahlungsziel von vier Wochen. „Hätte man das früher, viel früher gewußt, hätte man sich doch vorbereiten können“, so Gerhard Schulze. Eine Fristverlängerung zur Einreichung des Widerspruchs hat der streitbare Anwohner beantragt. Um weiter Daten und Fakten zu sammeln, die seine feste Überzeugungen untermauern: Hier ging es nicht rechtens zu.
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