Deutschkurse und russische Kultur

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Ingeborg Prumüller und Jefim Schinow vom Verein Samowar. Foto: rg

Verein Samowar ist umgezogen

Jenfeld. Das neue Büro des Vereins Samowar im SAGA-Gemeinschaftshaus im Bekkamp 50 ist klein. Es ist gerade einmal Platz für einen Aktenschrank, einen Schreibtisch mit PC, einen Kopierer und zwei Stühle. „Hier ist es einfach günstiger als in den früheren Räumen im Einkaufszentrum“, erklärt Jefim Schinow, Geschäftsführer von Samowar den Umzug. An der ehrenamtlichen Arbeit Schinows hat sich nichts geändert. In erster Linie organisiert er die Deutschkurse für Zuwanderer im Jenfeldhaus. In Gruppen von jeweils 15 Teilnehmern bereiten sie sich über mehrere Jahre auf die Prüfung vor, die Voraussetzung für die Einbürgerung ist. „Laut Statistik schaffen durchschnittlich 50,9 Prozent der Teilnehmer den Deutschtest für Zuwanderer“, sagt der 71-Jährige, „bei uns sind es 80 bis 100 Prozent“. Das mache ihn besonders stolz. Es seien längst nicht mehr nur Einwanderer aus der früheren Sowjetunion, die an den Kursen teilnehmen, so Schinow. Er selbst war Bankmanager in Russland, kam 1995 mit seiner Familie nach Hamburg, um sich hier operieren zu lassen – und blieb. Unterstützt wird der 71-Jährige von Ingeborg Prumüller. Sie kennt sich bestens mit dem Computer aus und hilft Neuankömmlingen bei Briefen oder Behördengängen. „Mir macht die ehrenamtliche Arbeit Spaß“, sagt die Rentnerin. Ganz nebenbei habe sie durch ihr Engagement bei Samowar etwas Russisch und Polnisch gelernt. Sie hatte bei der Gründung des Vereins 1997 durch ihre Schwester Ilse Rützel auch die Idee für den Namen. Was verbindet man mit Russland, fragte sie sich. „Wodka“ kam Prumüller zuerst in den Sinn. Nein, das ging natürlich nicht. „Samowar“, der klassische Teekocher, war da schon besser. Neben den Integrationskursen bietet der Jenfelder Verein vor allem Angebote für Kinder. So gibt es eine Tanzgruppe, deren Auftritt gerade erst den Saal des Jenfeld-Hauses füllte, dazu kommen Kung Fu oder Russisch. Für Kinder und Erwachsene organisiert Samowar regelmäßig Veranstaltungen: Konzerte, Theaterabende, Weihnachts- und Ostermärkte oder Ausflüge. Einen ganzen Ordner füllen die entsprechenden Unterlagen bereits. „Wir sind nur ein kleiner Verein“, sagt Jefim Schinow bescheiden. Um die Zukunft macht er sich keine Sorgen. Es gebe zwar generell weniger Deutschschüler. Aber durch Mundpropaganda fänden auch Zuwanderer aus Billstedt, Wandsbek oder Rahlstedt den Weg nach Jenfeld.
u Verein Samowar, neue Adresse Bekkamp 50,
t 654 91 013
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