Die Hamburger „Engel“ im AK Wandsbek

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Die Asklepiosklinik WandsbekFotos: Glitz

Seit zehn Jahren kümmern sich Ehrenamtliche um Patienten

Von Rainer Glitz
Hamburg. „Wir suchen dringend noch ehrenamtliche Helfer!“ Mit diesem Aufruf im Hamburger Abendblatt begann die Patientenbetreuung in der Asklepiosklinik Wandsbek. Viele meldeten sich, und nun steht der zehnte Geburtstag vor der Tür. 22 Frauen und fünf Männer sind heute aktiv, fünf sind seit 2004 ununterbrochen dabei. „Wir sorgen für Menschlichkeit, wir haben Zeit, bei uns können die Patienten reden“, erklärt Doris Christiansen, die Leitende der Ehrenamtlichen. „Wir sind Ansprechpartner für alles, was die Patienten beschäftigt, auch ihre Ängste“, sagt sie. Viele Ältere haben keine Familie mehr, oder die Kinder kümmern sich nicht um sie. „Dann tut unser Besuch einfach gut“, so Christiansen. Die 67-Jährige betreut seit sechs Jahren ehrenamtlich Patienten.
Die Ehrenamtlichen machen auch kleine Besorgungen oder gehen mit den Patienten im Flur spazieren. Standards für so einen Besuch am Krankenbett gibt es nicht. Das kann eine halbe Stunde dauern oder auch nur wenige Minuten, berichtet Michael Henry, ebenfalls Ehrenamtlicher, aus seiner Erfahrung. Frauen seien meistens offener, Männer verschlossener sagt der 68-Jährige. „Es gab auch Schicksale, die mich beschäftigt haben. Aber das darf man nicht mit nach Hause nehmen“, ergänzt Henry. Man müsse immer Abstand wahren. „Es gab auch Kollegen, die das nicht konnten. Die haben wieder aufgehört“, sagt er. Besonders fordernd für die Ehrenamtlichen ist der Umgang mit Demenzkranken oder Patienten, die einen Schlaganfall hatten. „Es gibt auch nonverbale Kommunikation, es hilft, einfach am Bett zu sitzen, mit den Menschen zu reden oder ihre Hand  zu halten“, sagt Doris Christiansen.
„Man bekommt viel zurück, die Patienten blühen auf, man spürt ihre Dankbarkeit“, erklärt Christiansen ihre Motivation. Auch bei Ärzten und Personal werde die ehrenamtliche Arbeit außerordentlich geschätzt. Bei Freunden stößt das Engagement dagegen oft auf Unverständnis. „Dass du das kannst, heißt es dann“, sagt Michael Henry. Er ist sich aber sicher: Diese Tätigkeit – „das ist es!“ Die Ehrenamtlichen suchen weiterhin Freiwillige. Nicht nur Frauen, auch Männer und Migranten. Zeit sollten Bewerber mitbringen, sie sollten mitfühlen und gut zuhören können, verschwiegen sein und in der Lage sein, eine gewisse Distanz zu waren. All das werde bei einem ersten Gespräch abgeklärt, so Doris Christiansen. „Und dann muss man es einfach ausprobieren, ob die Arbeit etwas für einen ist.“

Kontakt: Sekretariat der Pflegedienstdirektion, Frau Carlsen, Tel.: 18 18 83 32 32
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