Die historischen Säulen von Wandsbek

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Gerhard Schönfeld hat alte Fotografien gefunden, auf denen die Säulen deutlich zu erkennen sind Foto: Grell

Stadtteil-Heimatmuseum behält graue Kolosse im Blick und hat schon einen neuen Standort im Visier

Von Karen Grell
Wandsbek
Die beiden historischen Säulen, die vor ein paar Wochen auf dem ehemaligen Concordia-Sportplatz an der Oktaviostraße gefunden wurden, haben in Wandsbek für großes Aufsehen gesorgt. Lieselotte und Michael Kutter, die gegenüber der neu angelegten Baustelle wohnen und die Säulen entdeckt hatten, waren sich sofort sicher, dass die beiden Fundstücke zum früheren Hotel Marienthal gehört haben müssen. Das bestätigen auch Ingrid Voss und Gerhard Schönfeld vom Stadtteil-Heimatmuseum. In einer Fotosammlung haben die beiden Hobby-Historiker Bilder des Hotels archiviert, auf denen die Säulen deutlich zu erkennen sind. „Es müssen die Säulen aus dem ersten Stock sein“, vermutet Schönfeld, der zusammen mit den anderen Mitgliedern des Bürgervereins die historischen Fundstücke im Auge behalten will, um mehr über deren Verbleib zu erfahren.

Neuer Standort: Vorraum vom Standesamt

„Zurzeit liegen die Säulen, trocken gelagert, auf dem Bauhof“, bestätigt Luise Mehburger vom Wandsbeker Bezirksamt. Es werde geprüft, was mit dem Fund weiterhin passieren soll. Ingrid Voss vom Vorstand des Bürgervereins sieht die beiden Säulen bereits im Bezirksamt. „In den Vorraum vom Standesamt würden sie sehr schön passen“. Auf jeden Fall werde das Heimatmuseum, das natürlich immer an historischen Stücken interessiert ist, die Säulen unter Beobachtung behalten. „Es ist schon viel verloren gegangen, das darf dieses Mal nicht passieren.“ Zum Vorschein gekommen waren die grauen Kolosse bereits bei den Aufräumarbeiten auf dem Concordia-Gelände. Niemand weiß, ob ohne das Engagement des Ehepaars Kutter den Säulen überhaupt noch eine Bedeutung beigemessen worden wäre. Nach eigenen Angaben kennt Michael Kutter das Hotel Marienthal noch aus seiner Kindheit und ist überzeugt, dass die Fundstücke noch aus dem 19. Jahrhundert stammen müssten. Die Substanz sei relativ gut erhalten und in Wandsbek wartet man nun gespannt darauf, was das Bezirksamt für den künftigen Verbleib der alten Säulen entscheiden wird. „Leider passen sie nicht ins Heimatmuseum“, bedauert Ingrid Voss. „Dafür haben wir zu wenig Platz.“
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