Die seniorTrainerinnen

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Die seniorTrainerinnen Ingeborg Strempel (li) und Anneliese Kron engagieren sich ehrenamtlich für Vereine und Initiativen. Foto: Netzow

Sie beraten gemeinnützige Einrichtungen

Von Kirsten Netzow
Rahlstedt. Was tun, wenn die Kinder aus dem Haus sind und das eigene Berufsleben ist zu Ende? Viele Seniorinnen und Senioren engagieren sich freiwillig, um ihre, meist vielfältigen Kenntnisse, sowie ihre neu gewonnene Zeit anderen zur Verfügung zu stellen.
So wie die Meiendorferinnen Anneliese Kron und Ingeborg Strempel. Sie sind seniorTrainerinnen und unterstützen mit ihren Erfahrungen und ihrem Wissen gemeinnützige Initiativen. Dabei verstehen sie sich in erster Linie als Ideengeberinnen, Netzwerkerinnen und Beraterinnen. Vom Einsatz in Kitas und Schulen, über Behinderteninitiativen bis hin zu Integrationsarbeit in Vereinen oder Aktivitäten für den Stadtteil - Die Tätigkeitsbereiche sind vielfältig, und so können seniorTrainer ganz unterschiedliche Kenntnisse anwenden. Die Dauer der einzelnen Projekte variiert und kann wenige Tage, aber auch einige Monate betragen. Immer zwei seniorTrainer sind gemeinsam in einem Projekt aktiv.
„Der Mensch mit seinen Kenntnissen steht im Mittelpunkt“, erklärt Anneliese Kron das Konzept des seniorTrainer-Programms. So entwickelt sich ein Altersbild, nicht ausgehend von den Defiziten des älteren Menschen, sondern von seinen Kenntnissen. „Die Idee der seniorTrainer ist sinnvoll“, sagt Kron, denn: „Die Kenntnisse und Kompetenzen sind ja nicht verschwunden, nur weil das Berufsleben beendet wurde“, so die 74-Jährige. Besonders engagiert sich die ehemalige Lehrerin für das Bundesprogramm ‚Freiwilligendienst aller Generationen’. Sie begleitet und berät Menschen, die ein Ehrenamt aufnehmen möchten. „Menschen, die zu freiwilligem Engagement bereit sind, brauchen einen Ansprechpartner. Oft besteht eine Schwellenangst auf eine Einrichtung zuzugehen oder man befürchtet, mit einem Ehrenamt zu sehr festgelegt zu sein“, erklärt die Meiendorferin.
„Man hat vieles selbst in der Hand“ betont seniorTrainerin Ingeborg Strempel die Vorteile ihrer Tätigkeit. Besonders gefällt der ehemaligen Berufsberaterin, dass sie immer wieder neue Menschen kennen lernt. 2002 besuchte Strempel den ersten Durchgang der Weiterbildung zur seniorTrainerin. Diese führt die Seniorenbildung e.V. in Kooperation mit dem Freiwillenzentrum Hamburg, dem Seniorenbüro Hamburg e.V. und den seniorTrainern einmal jährlich durch. In vier Modulen von jeweils anderthalb Tagen erwerben die Teilnehmer Kenntnisse über Themen wie die neue Altersrolle, Fundraising, erfolgreiche Beratung und die Leitung einer Gruppe. Zwischen den Seminarblöcken finden Praxisgespräche statt.
„Dieses bürgerschaftliche Engagement ist einerseits zum Wohle der Gesellschaft, zum anderen zum Wohle des Menschen, der sich engagiert“, beschreibt Anneliese Kron den doppelten Gewinn ihrer Tätigkeit. Bestehende Kompetenzen könnten angewendet werden, gleichzeitig könne neues hinzugelernt werden, so Kron weiter. Neben ihren zahlreichen Projekttätigkeiten ist die Hamburgerin zudem Sprecherin des ‚Runden Tisches der Freiwilligendienste aller Generationen in Hamburg’. Dieses Engagement hat sich ausgezahlt: 2010 wurde ihr das Bundesverdienstkreuz verliehen. „Diese Auszeichnung teile ich mit allen anderen seniorTrainern“, sagt sie bescheiden. Überhaupt sei sie keine Einzelkämpferin, sondern Vertreterin einer Gruppe, die den Austausch mit anderen suche und genieße.

Die nächste Weiterbildung zum seniorTrainer startet am 5. November 2012. Vorab findet am 17. September eine Informationsveranstaltung statt.
Kontakt und Anmeldung bei Andrea Kötter–Westphalen, Seniorenbildung Hamburg e.V., Tel.: 040-39106376, koetter-westphalen@seniorenbildung-hamburg.de.
Informationen zum Thema unter www.seniorentrainer-hamburg.de
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