Die Stadtteilarbeit in Jenfeld ist „ihr Kind“

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Ausgebildete Sozialpädagogin und Stadtteil-Managerin: Ann Duijkers kann stolz auf ihre Arbeit sein Foto: Grell

Ann Duijkers – „Königin des Miteinanders“ – geht in den Ruhestand

Jenfeld Aus. Vorbei. Ann Duijkers verlässt das Stadtteilbüro, geht in den Ruhestand. Gut 25 Jahre hat sie in und für Jenfeld gearbeitet. Im September 1990 kam Ann Duijkers nach Jenfeld. Sieben Vereine hatten damals unter dem Dach der Awo gerade die Arbeitsgemeinschaft Jenfeld gegründet. Von Beruf Sozialpädagogin sollte sie mit einer Kollegin und einer Verwaltungskraft (beide über ABM finanziert) das neue Stadtteilbüro mit Leben füllen, Anlauf- und Beratungsstelle für die Bürger aus dem Stadtteil werden, Nachbarschaftshilfe aktivieren und ein Netzwerk für die Einrichtung vor Ort aufbauen. Als Jenfeld 1992 in das „Soziale Brennpunkte-Programm“ aufgenommen wurde, konnten die zwei ABM-Stellen in feste Stellen umgewandelt werden. Die Stadtteil-Konferenz Jenfeld wurde gegründet. Das war ein wichtiger Schritt. „Der formale Rahmen für eine basisdemokratische Arbeit im Stadtteil war somit geschaffen“, sagt Duijkers.
1999 wieder ein Sprung: Vom Bekkamp in die Räume „Bei den Höfen“, ins Zentrum von Jenfeld, gegenüber vom Jenfeld-Center. Das Armutsbekämpfungsprogramm der Sozialen Stadtentwicklung bestimmte damals die Arbeit des Stadtteilbüros. Zusammen mit den Stadtteilentwicklern und -gremien wurden Förderprogramme umgesetzt, Kontakte zu den Behörden gehalten, Fördergeld besorgt. Ann Duijkers holte die Drogen-, Mieter-, Renten- und Schuldnerberatung und auch das Familienberatungszentrum ins Haus. Sie richtete eine Tauschbörse und die Gesundheits-Werkstatt ein.
In der Stadtteilkonferenz führte sie am Anfang Protokoll, moderierte und warb dafür, sich für den Stadtteil zu engagieren und bei wichtigen Themen mitzureden – etwa beim Umbau des Denksteinwegs, bei der Verkehrsberuhigung der Straße „Bei den Höfen“. Das Projekt „1.000 Rosen für Jenfeld“ war über Jahre erfolgreich. Auch auf das Thema „Jenfelder Au“ sprang das Stadtteilbüro sofort auf, legte Listen für interessierte Bauwillige aus, gab Auskunft über die Planungen.
Zwei Trägerwechsel hat Ann Duijkers mitgemacht, 1995 zur „Pack An“ und 2o00 zur „Quadriga“ und eine gute Infrastruktur hinbekommen, selbsttragende Strukturen im Stadtteil geschaffen - auch in Form der Arbeitsgemeinschaften Verkehr, Senioren, Jugend. Sie hofft, dass sich das nachhaltig so bewähren wird. Die Stadtteilarbeit, das sei „ihr Kind“.
Wenn Ann Duijkers zurückblickt, dann sind ihr besonders die ersten zwölf Jahre in lebhafter Erinnerung geblieben: „Da herrschte Aufbruchstimmung. Wir haben Visionen entwickelt. Dafür fehlt heute die Zeit.“ Sie selbst wird ab Februar Zeit haben – für ein Ehrenamt in der Flüchtlingshilfe, für eine Gasthörerschaft an der Uni und den „Dialog der Religionen“, der im Februar zum dritten Mal zusammen mit der Otto-Hahn-Schule durchgeführt wird. Es ist eine der letzten Aktionen, die sie mit den Mitglieder der Interkulturellen AG ins Leben gerufen und auch dieses Mal mit ganzem Herzblut organisiert hat. (wb)
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