Diese starke Frau ist Spitze!

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Im Jahr 2012 brachte Maria Balogh eine zwölf Kilo schwere Kugelhantel innerhalb der vorgeschriebenen zehn Minuten 164 Mal zur Hochstrecke. Eine Trainingsaufnahme.Fotos: Thomas Hoyer
 
Stolz präsentiert Maria Balogh die Urkunde und ihre Medaille für einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde

Maria Balogh aus Rahlstedt schafft es mit Giri ins Guinness-Buch der Rekorde

Von Thomas Hoyer
Rahlstedt. Schon beim Betreten des Flurs fallen dem Besucher 13 akkurat platzierte Kugelhanteln ins Auge, und spätestens im Wohnzimmer wird klar, dass hier eine außergewöhnlich erfolgreiche Athletin zu Hause sein muss. Regale mit zahllosen Pokalen und Fotos schmücken die Wände. Die Rede ist von Giri-Sportlerin Maria Balogh, die nicht nur den Laien, sondern auch den Fachmann mit ihren überragenden Leistungen in Erstaunen versetzt. Nur zwei Jahre vom Rentenalter entfernt, bringt die Rahlstedterin innerhalb von zehn Minuten noch fast zwei Tonnen zur Hochstrecke!

„Langer Zyklus“

Neun Jahre sind vergangen, seit sich Maria Balogh von der Begeisterung ihres Mannes Mihaly angesteckt, dem Giri-Sport verschrieben hat, der vor allem in Russland sehr populär ist - der erste Club wurde 1885 in St. Petersburg gegründet - und verschiedene Disziplinen beinhaltet. Unter anderem das einarmige Reißen und Stoßen der auch als „Kettlebell“ bekannten Kugelhantel, vergleichbar mit dem Gewichtheben, und dem „Langen Zyklus“, bei dem das 8 bis 32 Kilogramm schwere Sportgerät zwischen den Beinen zur Brust und anschließend über den Kopf gestoßen wird.

22 Weltmeistertitel

Entscheidend ist, wie viele Wiederholungen der Girisportler innerhalb von zehn Minuten schafft, wobei nach der Hälfte der Zeit ein Wechsel der Arme erfolgt. Maria Balogh trat zu Beginn ihrer Karriere im Reißen an. Ihren ersten von insgesamt 22 Weltmeistertiteln der Verbände „MKMGS“ und „IGSSF“ gewann die Rahlstedterin 2006, wobei sie die 16 Kilogramm schwere Kugelhantel nicht weniger als 131 Mal über den Kopf wuchtete (Bestleistung von 2008: 160). Im vergangenen Jahr schaffte Maria Balogh, die aus einem kleinen sibirischen Dorf stammt und 1999 als Kind von Russland-Deutschen nach Hamburg übersiedelte, beim „Langen Zyklus“ 164 Wiederholungen (12kg). Zu den herausragenden Ereignissen ihrer mit Höhepunkten gespickten Karriere gehörten vor drei Wochen die Weltmeisterschaften im nordrussischen Archangelsk, bei denen Maria Balogh mit 299 anderen Sportlern eine neue Bestmarke für das Guinness-Buch der Rekorde aufstellte, indem sie mit ihren Mitstreitern eine halbe Stunde lang ohne Unterbrechung entsprechend der jeweiligen Altersklasse verschieden schwere Kugelhanteln zur Hochstrecke brachte.
Für ihre erstaunlichen Leistungen benötigt die sympathische Athletin, die bei einer Größe von 1,60 Metern 60 Kilo auf die Waage bringt, kein Fitness-Studio. Sie trainiert drei- bis viermal wöchentlich eineinhalb bis zwei Stunden in den eigenen vier Wänden, ohne dabei zur muskelbepackten Bodybuilderin zu werden. „Maria braucht dabei keine Unterstützung. Sie weiß am Besten, was zu tun ist“, so Ehemann Mihaly Balogh, selbst ein hervorragender Kugelhantelsportler. „Ich gebe nur manchmal Tipps zur Technik, die beim Giri zusammen mit der richtigen Atmung genauso wichtig wie die Kraft ist.“ Wie lange seine Frau den Sport noch ausüben will? „Ich bin topfit“, erklärt die 63-jährige Altenpflegerin. „Solange die Gesundheit mitspielt, werde ich dem Giri-Sport treu bleiben.“

Eine Kugelhantel, oder Kettlebell (engl.) ist ein Trainingsgerät für das freie Gewichtstraining. Sie besteht aus einer Kugel mit einem festen Griffbügel, hat einen Durchmesser von ca. 20 bis 30 Zentimetern und ein Gewicht von 16 kg, 24 kg oder 32 kg. Die russische Bezeichnung für Kugelhantel ist Girya, in der Mehrzahl: Giri
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