Eckart Tesdorpf unterstützt hilfsbedürftige Menschen

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Birgit Jahn, Eckart Tesdorpf und Gudrun Tesdorpf (v.l.) Foto: Christa Möller
 
Auf dem Wandsbeker Wochenmarkt wurden 100 Laufräder von der „Tesdorpf‘schen gemeinnützigen Stiftung“ an 22 Kitas übergeben Foto: Anna Fuy

Der 86-Jährige und seine Familie sind mit ihrer Stiftung unermüdlich im Einsatz

Von Christa Möller
Wandsbek
Sich für seine Mitmenschen einsetzen, das ist für Eckart Tesdorpf selbstverständlich. Mitgefühl und Engagement wurden dem 86-Jährigen quasi in die Wiege gelegt. So hatte ein Vorfahre 1713 testamentarisch festgelegt, dass 40.000 Lübsche Mark aus seinem Vermögen Witwen und Waisen zugutekommen sollten. Und auch Eckart Tesdorpfs Vater setzte sich für andere ein. Er engagierte sich in der Rolfing-Stiftung von 1905, die „Weißnäherinnen, verarmte Handlungsgehilfen und Medizinstudentinnen“ unterstützte. 1962 übernahm Eckart Tesdorpf diese immer noch bestehende Stiftung, die heute Stipendien für Hamburger Medizinstudentinnen vergibt. Seit 50 Jahren ist er beim Lions Club Hamburg Wandsbek aktiv. Vorher war er schon fünf Jahre im Stormarner Club. „Damals war der Idealismus noch sehr viel größer als heute“, hat er festgestellt. 1976 war er Gründungsmitglied des „Gemeinnützigen Vereins Eduard Witt für Dialyse nierenkranker Kinder“. 36 Jahre gehörte Eckart Tesdorpf dem Vorstand an. „Der Verein, von dem niemand spricht“, sagt der Notar im Ruhestand, denn der weitgehend unbekannte Verein half ohne viel Aufhebens da, wo es Not tat. Die berufliche Tätigkeit ermöglichte es ihm, Hilfsgelder zu aquirieren. Erstes Ziel war die Einrichtung eines Kinder-Dialysezentrums auf der Insel Föhr in Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Damals gab es keine Dialysemöglichkeiten für Kinder außerhalb der örtlichen Klinik. So reisten Kinder mit Ärzten und Krankenschwestern aus verschiedenen deutschen Städten an. Nachdem sich die Situation verändert hatte, wurden nun hochbegabte Preisträger von „Jugend musiziert“ gefördert, Personen mit geringem Einkommen unterstützt. Zudem profitieren Hamburger Schulen von behindertengerechten Sportartikeln, Schreib-Telefonen für Taubstumme und der Kammermusikkurs von „Jugend musiziert“. „Wir reisen gern und wir sind ausgesprochen neugierig“, sagt Gudrun Tesdorpf, 85. Und so sahen sie in Afrika und Südamerika nicht nur Touristenorte, sondern lernten Einheimische kennen und erlebten Armut, Not und Rassismus. Sie beschlossen, auch hier zu helfen und ermöglichten in Mexiko ein Ausbildungszentrum von Indios für Indios. 2012 gründete Eckart Tesdorpf die „Tesdorpf’schen gemeinnützigen Stiftung“, deren Vorsitzender er ist. Das Vermögen des aufgelösten Vereins Eduard Witt wurde in die Stiftung überführt. „Ich hatte Interesse daran, dass die Gelder aus dem Verein gesichert sind“, erläutert er seine Motivation. Weitere Vorstandsmitglieder sind seine Nichte Birgit Jahn, 60, und der Rechtsanwalt Tom Kemcke. Mit Hilfe der Stiftung werden unter anderem behinderte Menschen unterstützt. Sie hat aber auch gerade einhundert Laufräder für Hamburger Kitas finanziert. „Unser Vorteil ist, dass die Stiftung keine Internetpräsenz hat“, ist Birgit Jahn überzeugt. Die Stiftung tritt selten ins Licht der Öffentlichkeit. Kontakte entstehen eher auf persönlicher und privater Basis. „Dadurch haben wir auch einen besseren Einblick, wohin die Gelder fließen“, sagt die Niendorferin, die anlässlich ihres 60. Geburtstages auf Geschenke verzichtete und stattdessen um Spenden zugunsten der Stiftung bat, ebenso wie Gudrun Tesdorpf zu ihrem 85. Geburtstag. 2015 konnte die Stiftung 71.000 Euro ausgegeben. Der 86-Jährige weiß, dass helfen nicht immer einfach ist, nicht jeder versteht, warum er sich für andere einsetzt. Aber er will weitermachen: „Es macht mir Spaß, auch immer neue Ideen zu haben.
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