Ein engmaschiges Nachbarschaftsnetz

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Heidrun Waller (li.) und Elke Radau leiten den HäkelbüdelclubFotos: Christa Möller
 
Unterschiedlichste Arbeiten entstehen im Handarbeitsclub

Verein zur Förderung der Gemeinschaft bietet Programm

Von Christa Möller
Rahlstedt. Wer glaubt, dass beim Handarbeiten nur das Klappern von Stricknadeln zu hören ist, hat sich schwer getäuscht: „Bei uns geht es recht laut zu“, sagen Heidrun Waller und Elke Radau. Sie leiten den Häkelbüdelclub des Vereins Förderung der Gemeinschaft in der Hamburg-Rahlstedter Baugenossenschaft (HARABAU). Jeden dritten Donnerstag im Monat kommen sie schon um 13 Uhr in den Nachbarschaftstreff an der Bargteheider Straße 99 da, decken den Tisch und kochen Kaffee. Auch Kekse gibt es zusätzlich zum Klönschnack, der zum Stricken und Häkeln natürlich dazugehört. Kurz darauf kommen schon die ersten Frauen, und wenn dann eine Stunde später die Mitglieder des Häkelbüdelclubs vollzählig sind, haben sich alle erstmal viel zu erzählen, schließlich treffen sie sich hier nur einmal im Monat.
Zum ersten Treffen vor fünf Jahren kamen sieben, später bis zu 28 Teilnehmer, die gemeinsam Sticken, Häkeln oder Stricken. Inzwischen sind es 22 Damen zwischen 50 und 80. Es versteht sich von selbst, dass zu runden Geburtstagen und besonderen Hochzeitstagen eine Gratulationskarte geschickt wird.

Basar-Erlös gespendet

Die Ergebnisse ihrer fleißigen Arbeit, die selbstverständlich zuhause fortgesetzt wird, verkaufen die Damen zugunsten eines wohltätigen Zweckes auf ihrem jährlichen Basar. Höhepunkt ihres Einsatzes: Beim fünften Basar kamen fast 500 Euro zusammen, die sie der Kindertagesstätte Radau der Rudolf-Ballin-Stiftung für eine Wasser-Matsch-Anlage spendeten. Dazu hat auch die Tombola beigetragen, die sie erstmals veranstalteten: „Innerhalb einer Stunde waren alle Lose weg, absolut toll.“ In diesem Jahr machen wir vielleicht einen Herbstbasar“, überlegen die beiden Ehrenamtlichen. Dafür ist schon allerlei Kreatives entstanden wie beispielsweise bestrickend schöne Ketten, Adventskalender, (Weihnachts-)Tischdecken und Topflappen.
Heidrun Waller, sie wohnt schon seit fast vierzig Jahren in einer Wohnung der Genossenschaft, bestrickt auch gern ihre zwölfjährige Enkelin mit Schals und Mützen. Elke Radau, die keine Genossenschaftswohnung hat, kennt Heidrun Waller durch die gemeinsame Berufstätigkeit: Beide haben als Kassiererinnen in einem Supermarkt gearbeitet.
„Ich wurde arbeitslos und bin durch sie hier reingekommen. Das war toll, es ist wie eine Familie, jeder freut sich, den anderen zu sehen.“ Mitglieder der HARABAU haben vor sechs Jahren den Verein zur Förderung der Gemeinschaft in dieser Baugenossenschaft gegründet mit der Zielsetzung, die Gemeinschaft der Mieter zu fördern. Dass das gut gelungen ist, dafür sind nicht nur die Häkelbüdel-Damen ein gutes Beispiel. Zahlreiche weitere Angebote in den beiden Nachbarschafts-
treffs an der Bargteheider Straße und der Friedrichshainstraße sorgen dafür, dass niemand einsam in seiner Wohnung sitzen muss.

Programm gegen Vereinsamung

„Es ist keine Voraussetzung, im Verein Mitglied zu sein“, betont Claudia Teudt, gemeinsam mit Cornelia Zander zuständig für die Mitgliederbetreuung des Vereins in der HARABAU. Neben Kaffeeklatsch und Kochen gibt es unter anderem auch Seniorengymnastik, Rücken-Fit 50+ die Büchertauschbörse und den Plattdüütsch-Kring. Heidrun Waller und Elke Radau sind gern bei Ausflügen dabei und kommen auch zu Vorträgen und Lesungen. Elke Radau leitet außerdem den Bingo-Club. „Das Angebot ist ideal, um Kontakte zu knüpfen“, sagt Claudia Teudt. Cornelia Zander ergänzt: „Die wenigsten sind nur in einem Kurs.“
Jüngere Mitglieder nutzen das Gruppenprogramm gern abends oder am Wochenende. Sie locken dann eher Bauch-Beine-Po, Yoga oder Ausflüge. „Zum Tanzkreis kommen neun Paare, die jüngsten sind Anfang 20“, weiß Claudia Teudt. Cornelia Zander stellt fest: „Auch für den Nachwuchs gibt es Programm.“ Weitere Infos unter www.foerderung-der-
gemeinschaft.de

Der Häkelbüdelclub trifft sich immer am dritten Dienstag im Monat von 14 bis 16 Uhr. Infos bei Elke Radau, Tel.: 672 15 68, Heidrun Waller, Tel.: 647 39 94
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