Ein ganz heißes Eisen anpacken

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„Schmiedejunge“ Kalli zeigt den jungen Frauen, wie das glühende Eisen richtig auf den Amboss gelegt wird Foto: ba

Auf dem Gut Karlshöhe bieten die „Schmiedejungs“ Kurse für Erwachsene und Kinder

Bramfeld „Au ja! Ich möchte ein Schwert schmieden!“, erklärt der achtjährige Thassilo erwartungsfroh, als er erfährt, dass er die „Schmiedejungs“ auf Gut Karlshöhe besuchen wird. Um dort – gemeinsam mit Mama – einmal auszuprobieren wie das so ist, mit Hammer, Amboss, Eisen und Feuer zu hantieren. Ganz so, wie es die Dorfschmiede früher gemacht haben, um Werkzeug, Hufeisen oder auch Waffen herzustellen.
Die „Schmiedejungs“, das sind Karl-Gehard (Kalli) Seitz, Torsten Kleinicke und Marco Meichßner und seit Kurzem auch der gelernte Kunstschmied Adrian Wolfe aus Irland. Die drei Erstgenannten sind allerdings keine professionellen Schmiede. Kalli beispielsweise ist hauptberuflich Marketingfachmann in einem Hamburger Großkonzern, das Schmieden hat er „sich selbst erarbeitet“. Und wie kommt er dazu? „Mein Onkel in Süddeutschland hatte einen alten Bauernhof mit Schmiede“, erzählt der 54-Jährige. Dort habe er immer seine Ferien verbracht. Als der Onkel den Hof aufgeben musste, fand Kalli es um die schöne altertümliche Schmiede schade und holte alles nach Hamburg. So habe seine „Schmiede-Leidenschaft“ quasi begonnen. Seine Mitstreiter traf er irgendwann in einer der noch wenigen existenten Dorfschmieden auf dem Land. Und so schmiedeten die drei Jungs bald nicht nur gemeinsam heißes Eisen, sondern auch gemeinsame Pläne.
„Schmieden erfordert viel Konzentration und volle Hingabe. Für uns ist Schmieden die Herausforderung einen im Kopf visualisierten Gebrauchsgegenstand über die Hand und über den Hammer auf das Eisen zu übertragen, so bis dieser real wird“, erklärt Kalli seine Faszination, die das alte Gewerk auf ihn ausübt. Schmieden fordere und fördere die handwerkliche Fertigkeit, vor allem aber die Kreativität und einen gesunden Ehrgeiz das persönliche Geschick immer weiter zu entwickeln. Es sei einfach eine tolle Erfahrung mit beiden Beinen fest auf dem Boden zu stehen und konzentriert und gezielt ein uraltes Handwerk auszuüben. Das wollen die „Schmiedejungs“, die seit einem Jahr in ihrer Freizeit eine selbst gebaute Schmiede mit vielen antiken Werkzeugen auf Gut Karlhöhe betreiben, auch weitergeben. „Bei uns können Frauen, Männer und Kinder (ab 11 Jahren) den Schmied in sich entdecken“, erklärt Kalli augenzwinkernd. Wie Thassilo, der zwar kein Schwert (das hätte eine Woche lang gedauert), aber doch ein „Wikingermesser“ aus altem Baustahl schmiedet. Das darf er dann auch mit nach Hause nehmen – und bekommt dort einen Ehrenplatz. (ba)

Infos zu Kursen wie "Vater-Sohn-Schmieden" oder "Frauen entdecken das Schmieden", "Schnupper-Schmieden" oder auch Angebote für Firmen und mehr gibt es unter: www.schmiedejungs.de
Die meisten Kurse sind Tageskurse.
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