Ein Hamburger Stadtteil im Wandel

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Das neue Jahrbuch des Rahlstedter Kulturvereins ist erschienen. Ein Kapitel beschäftigt sich mit dem Wandel in Meiendorf. Zu dem Thema gehört diese 60 Jahre alte Aufnahme von Hans Ottlik, auf der die Lofotenstraße zu sehen ist.
 
Das neue Jahrbuch und die vier Rund- wege bieten viele Infos (nicht nur) für Geschichtsinteressierte Foto: Christa Möller

Rahlstedter Jahrbuch zeigt Meiendorf in alten Zeiten

Von Christa Möller
Hamburg. Der geschichtsinteressierte Rahlstedter Werner Jansen engagiert sich im Arbeitskreis Geschichte des Rahlstedter Kulturvereins. Für sein Hobby muss er keine weiten Wege in Kauf nehmen, denn die Vergangenheit seines Stadtteiles ist noch vielerorts sehr gegenwärtig. So gibt es immer noch die Eisenbahnbrücke von 1844, die zur Überquerung der Wandse und der Bahnschienen errichtet wurde. Die alte Chausseebrücke, die seit der Verlegung der Bundesstraße 75 über die Stein-Hardenberg-Straße ihre Funktion verloren hat, ist Bestandteil von „Rundweg Nr. 1 Alt-Rahlstedt“.
Das ist einer von vier Rundwegen auf den Spuren des historischen Rahlstedt, die der Kulturverein erarbeitet hat. Die drei weiteren führen durch Neu-Rahlstedt, Oldenfelde und Meiendorf.

Aldi-Markt im Baudenkmal

„Es geht darum, aufmerksam zu machen auf Besonderheiten“, erklärt Jansen, der öffentliche Touren durch Rahlstedt anbietet. Dafür interessieren sich beispielsweise junge Familien, die noch nicht lange in Rahlstedt wohnen, aber auch langjährige Rahlstedter. Nur ganz wenige Häuser in Rahlstedt stünden unter Denkmalschutz. Werner Jansen sagt, „dass unbedingt erhalten bleiben muss, was wir hier haben.“ Vieles habe sich verändert: „Bekannte Gebäude verschwinden plötzlich.“ Das sei oft auch eine Generationenfrage, wenn etwa ältere Geschäftsinhaber aufgeben, sagt Jansen und verweist auf das Beispiel der Gaststätte Hameister: „Jetzt steht da ein großes Gewerbe- und Wohnhaus.“ Er freut sich immer, wenn historische Bausubstanz nicht abgerissen, sondern erhalten wird. So geschehen etwa durch Errichtung des Aldi-Marktes in einem ehemaligen denkmalgeschützten Bauernhaus in Meiendorf, dem Krögerhof. Der Kulturverein hat unter anderem am Bebauungsplan 127 mitgewirkt, der Erhalt und Struktur bestimmter Straßen in Alt- und Neu-Rahlstedt festlegt. „Es ist erfreulich, dass fast alle Hausbesitzer interessiert sind, den Bestand zu erhalten.“ Im Rahmen der Rahlstedter Kulturwochen, mit umfangreichem Programm noch bis zum 8. Oktober, hat der Kulturverein jetzt sein neues Jahrbuch herausgegeben. Auf 48 Seiten finden sich Berichte über Themen wie „Die Jagd im Meiendorfer Raum“, den Traditionsbetrieb „Firma Heher – Bau und Kunstschlosserei“ und die „Standorte der Rahlstedter Mühlen“. Die ehemalige „Bürgermeisterin“ Gudrun Moritz hat Fotos beigesteuert. Das erste Jahrbuch erschien 1999, mit dem Jahrbuch 2014, das in einer Auflage von 3.000 Stück veröffentlicht wurde, sei also das 16. Jahrbuch erschienen, wie Jansen erläutert. Neben ihm gehören Wera Tränckler sowie Irmgard und Dietmar Möller zum Redaktionsteam. Das Jahrbuch ist kostenlos erhältlich und liegt aus in der Rahlstedter Buchhandlung Heymann, in der Bücherhalle, im Bürgerhaus Meiendorf, im Zeitschriften- und Zeitungsgeschäft Shabani an der Meiendorfer Straße und in der Buchhandlung Les Livres in Berne. Im Internet: rahlstedter-kulturverein.de

Leser in Brasilien

In den Jahrbüchern sei „enorm viel Wissen“ zusammengetragen worden. „Es ist eine wunderbare Unterlage, man hat immer etwas, wo man nachschlagen kann.“ Die Leser kommen übrigens nicht nur aus Rahlstedt. „Wir bekommen Rückmeldungen aus ganz Deutschland und sogar von den Kanarischen Inseln und aus Brasilien“, sagt Werner Jansen. Denn auch für ehemalige Rahlstedter sind die Jahrbücher eine interessante Informationsquelle.
Am heutigen Mittwoch, 1. Oktober, um 19.30 Uhr laden der Rahlstedter Kulturverein und der Bürgerverein zu einem Meiendorf-Abend ein. Im Bürgerhaus in Meiendorf, Saseler Straße 21. Der Eintritt ist frei.

Werner Jansen, Tel.: 040 – 647 35 32
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