Ein Hilfspunkt in Jenfeld

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Sie helfen mit beim Hilfspunkt in Jenfeld: Regine Gil (v. li), Edith Kunde, Günther Wunderlich, Hedwig Stadthoewer, Treffpunktleiterin Isgard Kavukcuglu, Doris Woith, Maria Schönfeld und Marion Upac Foto: privat

Der gleichnamige Verein unterstützt Bedürftige

Von Christa Möller
Jenfeld/Wandsbek Dass Menschen am Sonnabend Frühstück für andere machen, ist ja an sich nichts Besonderes. Dass sie es jedoch ehrenamtlich für Hilfsbedürftige tun – und dabei teilweise schon zu nachtschlafender Zeit aktiv werden – das ist schon außergewöhnlich. Isgard Kavukcuoglu koordiniert das kostenlose Frühstück des Vereins Hilfspunkt im Jenfeld-Haus. Ebenso wie viele ihrer Helfer, ist sie berufstätig, trotzdem unterstützt sie am Wochenende Menschen, die es nötig haben.
Vor über 20 Jahren haben Gisela Thun und Dr. Gabriele Franz den Verein Hilfspunkt ins Leben gerufen. „Wir hatten in Nagpur, in Indien eine Suppenküche gegründet und dann gedacht, das können wir ja auch mal vor unserer Tür machen.“ Inzwischen hat der Verein 130 Mitglieder und betreibt zwei Treffpunkte in der Hamburger City sowie je einen in Sankt Georg, Nettelnburg, Heimfeld, Dulsberg und Jenfeld, wo Frühstück und/oder Mittagessen an Bedürftige ausgegeben werden. Außerdem bietet der Verein in Dulsberg die Backgruppe an. Dass fast das gesamte Spendenaufkommen ohne Umweg an die Hilfsbedürftigen weitergegeben wird, darauf ist die Vorsitzende Dr. Gabriele Franz stolz.
„Eine Frau der ersten Stunde in Jenfeld war Maria Schönfeld“, erinnert Dr. Franz an die erste Hilfspunkt-Leiterin im Stadtteil. „Sie ist uns bis heute treu geblieben“, freut sie sich. Auch die meisten anderen Ehrenamtlichen sind schon lange im Einsatz. „Es ist ein ganz treuer Helferstamm.“ Die älteste Aktive ist die 90-jährige Hedwig Stadthoever, die jeden Sonnabend um halb sechs zum Brötchen schmieren kommt. „Insgesamt versorgen hier zehn Ehrenamtliche bis zu 50 sozial benachteiligte Menschen mit Frühstück, „hauptsächlich Leute aus der unmittelbaren Nachbarschaft, Hartz-4-Empfänger, Rentner mit wenig Geld, viele, die einsam sind und auch psychisch und körperlich Kranke. Bei uns kommt jeder unter, wir haben eine hohe Toleranzschwelle. Da kennt jeder jeden.“ In den Hilfspunkten in der Hamburger City sind besonders viele obdachlose Rumänen und Bulgaren auf die Unterstützung durch den Verein angewiesen. „Außerdem werde ich gerufen, wenn irgendwo einer ausfällt“, sagt die Psychotherapeutin. „Wir begreifen uns als Verein, der Menschen auffangen will. Sie sollen bei uns einen Ankerplatz finden.“ Vergangenes Jahr kamen 1.794 Menschen zum Hilfspunkt Jenfeld, in ganz Hamburg waren es 22.052. Dazu kommen 1.434 Kinder und Jugendliche, die die für sie bestimmten Angebote nutzten. „Wir sind mit den Besucherzahlen am Rande der Kapazitäten“, weiß Dr. Gabriele Franz. Trotzdem gibt es gelegentlich zusätzliche Veranstaltungen: Malen und Werken, Bingo oder einen Film. Und alle sechs Wochen gibt es in ihrer Praxis eine kleine Kosmetikrunde.
www.hilfspunkt.de
Spendenkonto: 220 940 100 des Hilfspunkt e.V. bei der Commerzbank Hamburg,
BLZ: 200 400 00
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