Ein Ort der Begegnung

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Hannes Rother und Matthias Habel (r.) Foto: Glitz

Rahlstedter Friedhof als Parklandschaft mit Ausstrahlung ausgezeichnet

Von Rainer Glitz
Rahlstedt
Die Plakette ist quadratisch, weiß emailliert und zeigt zwei Vögel unter einem stilisierten Baum, dazu die Beschriftung „Hortus Oecomenicus – Kirchliches Gartennetzwerk“. Sechs Stück hat Hannes Rothe vom Vorstand des Vereins mitgebracht, der sich für den Erhalt, Pflege und Entwicklung kirchlicher Gartenanlagen einsetzt. „Nicht jeder bekommt die Plakette, das ist ein Qualitätsmerkmal“, erklärt der Landschaftsarchitekt. Und zwar eines, das der 1829 gegründete Rahlstedter Friedhof erfüllt. „Dieser Ort hat eine Ausstrahlung und einen hohen Bekanntheitsgrad“, erklärt Rothe: „Der Friedhof spielt außerdem eine Vorreiterrolle mit seiner nachhaltigen Bewirtschaftung, er ist CO2-neutral. Und er ist eine Stätte der Erholung und Bildung.“

Führungen im Angebot


Dies liegt auch am alten Baumbestand. Auf Schildern stehen Pflanzennamen, regelmäßig werden Führungen angeboten. „Wir freuen uns über die Anerkennung, auch für die Leistung unsere Mitarbeiter“, sagt Verwalter Matthias Habel. „Es ist hier wie im eigenen Garten: Man ist nie fertig.“ Dabei sei der Friedhof eine Art lebendes Denkmal, es gehe um den Erhalt des kulturellen Erbes. Habel will das Gelände aber auch für Menschen attraktiver machen, die ohne Trauerfall einfach nur spazieren gehen wollen. „Wir wollen einen Park bieten, mit Kunst auf dem Gelände soll der Friedhof auch ein touristisches Angebot sein.“ Bereits jetzt gebe es im Jahr rund 50.000 Besucher, vor allem Trauergäste, schätzt Habel. Die Ausrichtung zum Park begann vor zehn Jahren. Bis zu 15.000 Blumenzwiebeln jährlich werden gesetzt. „Wir schaffen so farbige Korridore“, sagt Habel. Derzeit blühen weiße Schneeglöckchen und gelbe Krokusse. Bald erwartet die Besucher ein „blaues Meer“ aus 25.000 Blausternchen. Im alten Rahlstedt sei der Friedhof immer auch ein Treffpunkt gewesen, um mit den Nachbarn zu reden, so Habel. Als Begegnungsraum der Lebenden könne er auch helfen, die Angst vor dem Tod zu nehmen. „Die Auseinandersetzung mit dem Thema Sterben ist wichtig. Und die Menschen brauchen einen Ort für ihre Trauer“, sagt Hannes Rother von Hortus Oecomenicus. Der Rahlstedter Friedhof ist übrigens erst der dritte zertifizierte Garten in Hamburg.
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