Ein Pflanzenfreund mit Schlüsselgewalt

Anzeige
Bela Höhle kommt mittwochs nachmittags in den Botanischen Sondergarten, damit die Besucher auch nach dem offiziellen Dienstschluss noch Einlass in den Gewächshaus-Bereich finden Foto: Christa Möller

Bela Höhle hilft im Botanischen Sondergarten

Von Christa Möller
Wandsbek. Fleißige Helfer, die engagiert und ehrenamtlich vor Ort sind, die wünscht sich wohl jeder. Im Botanischen Sondergarten an der Walddörferstraße 273 in Wandsbek sind etwa zwanzig Gartenliebhaber zwischen Mitte 40 und Mitte 70 fleißig im Einsatz. Allerdings ist ihre Aufgabe nicht das Harken und Jäten, Pflanzen und Gießen.
Menschen wie Bela Höhle aus Sasel kommen von Mai bis Oktober regelmäßig in den Park, um längere Öffnungszeiten für den Bereich rund ums Gewächshaus zu ermöglichen. „Ich hatte im WochenBlatt gelesen, dass hier Kurse zu verschiedenen Themen angeboten werden.“ So lernte er den Park kennen und erfuhr viel Wissenswertes über Themen wie „Stecklinge im Frühjahr“, „Aussaat und was dann?“ oder „Garten im Sommer“ und nahm auch an Vorträgen externer Referenten über „Rasenpflege“ oder „Bäume erkennen“ teil. Als er vor etwa einem Jahr in die passive Altersteilzeit startete, hatte Bela Höhle längst guten Kontakt zu Sondergarten-Leiter Helge Masch, und als er hörte, dass noch Ehrenamtliche gesucht werden, hat er sich gleich gemeldet.
„Ich habe 25 Jahre in klimatisierten Gebäude gearbeitet und bin froh über Zeit, die ich draußen sein kann“, erklärt der Diplom-Informatiker. Jeden Mittwoch kommt er nun von 15 bis 17.30 Uhr, manchmal auch bis 18 Uhr, die zehn Kilometer von Sasel mit dem Fahrrad her. Dann erfolgt zunächst die so genannte Übergabe, beim Klönschnack mit Helge Masch erfährt er, was es Neues gibt oder welche besonderen Pflanzen gerade blühen. Bela Höhle freut sich, wenn viele Besucher da sind, denen er Fragen über seine Lieblingspflanzen, die Rhododendren, besonders gut beantworten kann. „Sie blühen ja nur kurz, aber sie sind immer grün und machen das Grundstück dicht“, weiß der Gartenfreund, der auch auf seinem eigenen, 500 Quadratmeter großen Grundstück Rhododendren gepflanzt hat. Wenn er mal nicht Auskunft geben kann, werden die Fragen notiert, und der Besucher erhält die Antwort telefonisch oder übers Internet. Viele Fragen gibt es derzeit zum so genannten Tauschtisch. Hier können Pflanzen abgestellt oder mitgenommen werden, „es soll ein Geben und Nehmen sein“, sagt Helge Masch. Bela Höhle zählt zu seinen besonders engagierten Helfern, er nimmt seine Aufgabe ernst und meldet sich sogar ab, wenn er mal keine Zeit hat. Das kommt allerdings selten vor.
Weil Bela Höhle auch gern selbst im Garten arbeitet, hat er noch ein zweites, grünes Ehrenamt: „Im Hohenbuchenpark in Poppenbüttel - da kann ich richtig arbeiten“, freut sich der sportliche Saseler, der gern schwimmt und es genießt, bei etwas größeren Radtouren mindestens 100 Kilometer am Tag zurückzulegen.
Der Botanische Sondergarten ist täglich von 7 Uhr bis zum Einbruch der Dunkelheit geöffnet. Das Gewächshaus und die Ausstellungen sind montags bis donnerstags von 7 bis 15 Uhr, freitags bis 14 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Weitere ehrenamtliche Helfer, die zusätzliche Öffnungszeiten in den Nachmittagsstunden und am Wochenende ermöglichen möchten, melden sich bei Helge Masch unter t 693 97 34.
Am kommenden
Sonntag, 30. Juni,
ist Tag der offenen Tür im
Botanischen Sondergarten. An 32 Infoständen erfahren die Besucher von 10 bis 18 Uhr (bei Regen
bis 16 Uhr) allerlei Interessantes;
es können auch Pflanzen
gekauft werden.
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige