„Ein Vorbild für neue Projekte“

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Die Nachbarschaftsmütter und ihre Schirmherrin Aydan Özoguz (hinten, 6. v. l.) lFoto: Glitz

Haus am See: Ministerin Özoguz lädt Nachbarschaftsmütter nach Berlin ein

Von Rainer Glitz
Hamburg. Die 17 Frauen aus elf Ländern haben sich schick gemacht, tragen Abendkleider, Hosenanzüge oder afrikanische Gewänder. Man merkt ihnen an, dass sie ein wenig nervös sind. Immerhin gibt sich im Haus am See mit Aydan Özoguz ein Mitglied der Bundesregierung die Ehre. Doch bis die Wandsbeker SPD-Abgeordnete und Staatsministerin für Integration die Bühne betritt, gibt es erst einmal viel Lob für die Hohenhorster Nachbarschaftsmütter. „Die Frauen haben sehr zuverlässig an den Schulungen teilgenommen“, sagt Torsten Höhnke, Geschäftsführer des Trägervereins Erziehungshilfe. „Ihre Bereitschaft zu helfen ist beachtlich“, ergänzt Wiebke Meyer von der Beratungsstelle „Auf Kurs“, die die Mütter geschult hat.
Die Frauen mit Migrationshintergrund seien nun Experten für Schulen, Kindergärten, Erziehungs- und Beratungsstellen im Stadtteil und hoffentlich Brückenbauer für die Familien. „Es ist ein Geschenk, mit insgesamt 14 Sprachen zu arbeiten“, freut sich Günther Fischer von der Finanzkommission des Hamburger Spendenparlamentes. Es unterstützt das Projekt finanziell gemeinsam mit der Alfred-Toepfer-Stiftung und der Joachim-Herz-Stiftung. „Es wäre schön, ein Signal aus Berlin zu bekommen, dass es Geld für Nachbarschaftsmütter in allen Stadtteilen gibt“, sagt Fischer an den Gast aus der Großen Koalition gerichtet. Das könne sie nicht versprechen, antwortet Aydan Özoguz, Staatsministerin für Migration, Flüchtlinge und Integration. „Ich unterstütze das Projekt mit Leib und Seele und werde Ihre Erfahrungen mit nach Berlin nehmen“, sagt die zierliche SPD-Politikerin aus Oldenfelde und lädt die 17 Frauen zu einem Treffen im Kanzleramt ein.
„Die Hohenhorster Nachbarschaftsmütter werden über den Stadtteil hinaus wirken und könnten Vorbild sein für neue Projekte.“ Die Frauen könnten Türöffner bei Familien sein, die man sonst nicht erreiche. Im Wahlkampf in Hohenhorst habe sie selbst an vielen Haustüren geklingelt. „Und ganz viele haben gesagt: Das ist aber nett“, so Özoguz. Wichtig sei, die Menschen öfter als einmal zu sehen, um Vertrauen zu schaffen. Das sei gut für das Gemeinschaftsgefühl und die Begeisterung für den Stadtteil.
Sie selbst pendle fast täglich zwischen Berlin und  Rahlstedt, sagt die Mutter einer zehnjährigen Tochter. Zum Abschluss überreicht Özoguz den 17 Absolventinnen ihre Urkunden. Und die Frauen sind sichtlich stolz. (wb)
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