Ein Zubrot für Familien

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Marion Habermann (l.) und Pastorin Maren Wichern in der neuen Lebensmittelausgabestelle für Familien und Kinder Foto: nk

Neue Lebensmittel-Ausgabestelle auf dem Dulsberg

Dulsberg. Marion Habermann (57) leitet die Ausgabe der Lebensmittel in der Vergabestelle der Dietrich-Bonhoeffer-Kirche auf dem Dulsberg. Hier werden ausschließlich Familien und Kinder mit Nahrungsmitteln versorgt. Das macht sie zu etwas ganz besonderem. In ganz Hamburg gibt es keine andere Lebensmittelausgabestelle, die ausschließlich Kinder und Eltern versorgt. Seit Anfang des Jahres betreut die Kirche das Projekt. Sie hat die Trägerschaft nach dem insolventen Verein für Kinder-, Jugend- und Elternarbeit auf dem Dulsberg (KJED) übernommen. Damit verteilt die Kirche auf dem Dulsberg nun an zwei Orten Lebensmittel an Bedürftige. In der Frohbotschaftskirche am Straßburger Platz erhalten Alleinstehende und Ehepaare Nahrungsmittel.
Marion Habermann: „Man muss sich bei uns anmelden.“ Jeder, der Arbeitslosengeld II, Grundsicherungs- oder Wohngeldempfänger ist, hat Anspruch auf diese Hilfeleistung. Als Nachweis gilt der aktuelle Bescheid. In der Bonhoefferkirche sind das derzeit 45 Familien mit insgesamt 149 Personen; in der Frohbotschaftskirche noch einmal 60 Menschen.
Freitags ab 15 Uhr wird es voll in den Räumen der Kirche am Dulsberg-Süd 26. Dann beginnt die Verteilung. Marion Habermann und ihr Team versuchen darauf zu achten, dass es gerecht zugeht. Beliefert werden sie von der Hamburger Tafel. Diätassistentin Habermann verteilt Obst, Brot, Gemüse, Jogurt dann auf die zwei Ausgabestellen. „Wir bekommen sehr selten Fleisch“, sagt sie, „und auch Fisch ist etwas Besonderes.“ Wenn Lebensmittelskandale in den Medien „hochkochen“, dann ist die Chance etwas zu bekommen größer – so war es auch beim Pferdefleisch-Skandal. Produkte, die nicht in den Supermärkten umgesetzt werden, kommen dann auch schon mal in die Ausgabestellen. „Es liegt dann an uns, ob wir etwas verteilen oder nicht“, führt Habermann aus.
Stundenlanges Warten und die Ungewissheit, was man bekommt – dennoch sind immer mehr Menschen auf diese Art der Unterstützung angewiesen. „Die Nachfrage ist in den vergangenen Jahren gestiegen“, sagt auch Pastorin Maren Wichern. Angefangen hat die Ausgabestelle 2008 in der Bonhoeffer-Kirche mit fünf Familien. Heute sind es 45. (nk)

Informationen im Kirchenbüro unter Tel.: 040 61 69 80
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