Eine ganze Schule hilft

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Dirk Sommerfeld (l.) und Thomas Schröder: Zwei Väter beteiligen sich an der Typisierungsaktion.

Knochenmark-Spender für leukämiekranken Lehrer gesucht

Von Reinhard Meyer
Meiendorf. Groß war auch am Gymnasium Meiendorf die Bestürzung, als die Nachricht von der Leukämie-Erkrankung des beliebten Lehrers Daniel Sommerfeld eintraf. Er bereitete sich als Hochleistungssportler für die Ironman-Disziplin auf einen Wettbewerb in Lanzarote vor, als die notwendig gewordene ärztliche Untersuchung sein bisheriges Leben auf jähe Weise veränderte.
Daniel Sommerfeld hat seine berufliche Laufbahn als Lehrer für Spanisch und Sport 2008 an dieser Schule begonnen.
Er wurde sehr schnell Fachvertreter für Sport im Kollegium und hat von daher den Sport an der Schule mit vielen Impulsen weiter entwickelt. Sport AGs wurden gegründet, eine Beachvolleyanlage gebaut und der „Lauftreff –Gymei“, eine außerschulische sportliche Aktivität für Schüler, Lehrer Eltern iniitiert. Er kann seine Begeisterung für den Sport auf die Schüler übertragen, so dass sie verstärkt an sportlichen Wettbewerben teilnehmen.
Gunda Nielsen, Mitarbeiterin im Büro der Schulleitung, fühlte sich bei dieser auch für sie eigentlich unvorstellbaren Nachricht aufgerufen, von der Schule aus etwas für Daniel Sommerfeld, aber auch für alle anderen an Leukämie Erkrankten zu tun.
Die DKMS schließt die Beschränkung der Spenden-bereitschaft auf eine Person aus.
Gunda Nielsen organisierte eine aufwendige Registrierungsaktion in der Deutschen Knochenmarkspenderdatei an ihrer Schule für Schüler (ab 17 Jahren), Lehrer und Eltern. Ihr Vorhaben fand in der Schulgemeinschaft breite Unterstützung. 20 ehrenamtliche Helfer sorgten für einen reibungslosen Ablauf, darunter drei Ärzte für die Blutentnahme. Zwei Ärzte stellten ihre beruflichen Verpflichtungen für den Tag zurück.
Das Bundeswehrkrankenhaus Wandsbek schickte ein Rettungsteam mit einem Arzt und einen Notarztwagen für alle Fälle. Ein Kuchenbuffet mit Getränken entschädigt Helfer und Spender für ihre Mühe. Das Ergebnis ist für die Schule, für Gunda Nielsen hoch befriedigend: 163 Spender ließen sich registrieren. Schüler, Lehrer und Eltern betonten immer wieder, dass ihre Spendenbereitschaft Ausdruck ihrer Solidarisierung mit ihrem Lehrer Daniel Sommerfeld ist.
Während der letzten Wochen besuchte Gunda Nielsen Daniel Sommerfeld im Krankenhaus und berichtete ihm zu seiner ganz großen Freude von der geplanten Unterstützungsaktion.
Aber auch die vielen Briefe, Gesten, kleinen Geschenke, die er laufend aus der Schulgemeinschaft erhält, bestärken ihn in seinem Lebenswillen - im Kampf gegen die Krankheit Leukämie.
Der „Lauftreff Gymei“ trägt orangefarbene T-Shirts mit der Aufschrift „Wir laufen für Daniel Sommerfeld“, wenn die Teilnehmer an Laufveranstaltungen teilnehmen.
Die Nachricht vom Ergebnis der Aktion kann ihn zur Zeit aber nicht erreichen: Daniel Sommerfeld befindet sich wegen der Übertragung einer Knochenmarkspende auf der Isolierstation. Ob sie erfolgreich ist, lässt sich jetzt nicht absehen. (rdm)
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