Eine Messe zum Abschied

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Kantor Hartmut Stanszus hatte die Idee zum regionalen Musikprojekt „Meso de Babelo“
 
In der Trinitatiskirche findet im November die Abschlussaufführung statt

Kantor Hartmut Stanszus verlässt Gemeinde mit der „Meso de Babelo“

Von Christa Möller
Hohenhorst. Sie hören das Wort „Musical“ und denken an Hartmut Stanszus? Wohl eher nicht. Dabei ist der Kantor der Markus-Kirchengemeinde Hohenhorst / Rahlstedt-Ost ein äußerst kreativer Komponist, stand er doch samt Chor und Orchester bereits mit vier Musicals auf der Bühne, und das im Rahmen einer Tournee nicht nur in Hamburg, sondern unter anderem auch in Bremen, Hannover und Offenbach. „Diese Projekte mache ich in meiner Freizeit, erläutert der Kirchenmusiker, der mit dem Alltagsgeschäft allemal ausgelastet ist. Doch das Komponieren begeistert ihn.
Seit 23 Jahren ist der Kantor, der auch den Kindersingkreis im Kindergarten in der Gemeinde leitet, in der Markus-Kirchengemeinde tätig. Dass er jetzt wieder zur Feder gegriffen hat, ist dennoch außergewöhnlich. Denn mit seinem Regionalprojekt „Meso de Babelo“, einer Mischung aus Musical und Messe über den Turmbau zu Babel und die Sprachverwirrung, verabschiedet er sich von seiner Kirchengemeinde: „Zum 15. Dezember gehe ich.“ Dies sei eine positive Entscheidung, er gehe nicht irgendwie weg, sondern irgendwo hin. „Ich bin jetzt über 50 und möchte noch mal neue Sachen in meinem Leben machen“, so der Vater von vier Kindern, der sich selbstständig machen wird, „als Schulmusiker, Komponist, Beerdigungsmusiker… Hartmut Stanszus ist außerdem Gottesdienstberater beim Gottesdienst-Institut der Nordkirche und hat in dieser Funktion schon manchem Geistlichen und auch Kirchenvorständen zur Seite gestanden, wenn die Liturgie geändert werden sollte.
Dabei profitiert er von seiner ersten Ausbildung zum Musiktherapeuten, er kann gut auf Menschen eingehen. So begeisterte er 60 Sänger der Kirchenchöre von Dankeskirche, Trinitatiskirche, Kirche Alt-Rahlstedt und Braaker Kirche für den Projektchor und 25 Musiker für das Orchester „Noahs Erben“. Drei Viertel der Orchester-Beteiligten kannte er zuvor, die übrigen nicht. „Wir haben nicht das Geld, um ein Orchester zu kaufen, und so ist es ein viel persönlicheres Arbeiten“, beschreibt er seinen Einsatz mit dem Sinfonie-Orchester in kleiner Version, das heißt, mit Klavier, Schlagzeug, Saxofon und Percussion. Mit den Musikern, sie sind zwischen zehn und 80 Jahre alt, probt er seit August, mit den Sängern bereits seit Mai. Unterstützt wird er von der Alt-Rahlstedter Kirchenmusikerin Ulrike Frick. „Sie spielt Klavier, ihr Mann singt mit und die Tochter spielt Saxofon“, sagt Stanszus, dessen Frau und Sohn auch beteiligt sind.
Vaterunser auf Esperanto
Messe bedeute Gottesdienst, seit sechshundert Jahren gebe es unzählige Messvertonungen, beispielsweise von Mozart und Beethoven, wie Stanszus weiß. Neben den klassischen fünf Messteilen enthält „Meso de Babelo“ weitere Teile aus dem Gottesdienst, etwa das Vaterunser (auf Esperanto) und einige Psalmen, aber auch freie Texte für die Anfangsszene mit dem Turmbau. Vom einfachen Lied über den klassischen Chorsatz und die Pop-Ballade bis zum schwungvollen Halleluja wird den Besuchern der Messe auch musikalisch so einiges geboten. Ausführende sind die Kindersolistin Carla Waitkus sowie Regina Michels (Mezzosopran) und Jochen Kruse (Bariton). Inhaltlich geht es um den Turmbau und dessen Folgen. „Gelernt haben wir wenig daraus – im Gegenteil, war der Turmbau zu Babel noch ein Gemeinschaftsprojekt, so bastelt heute jeder für sich an seinem Königreich“, stellt Stanszus fest.

Uraufführung: Sonnabend, 21. 9., 20 Uhr, Dankeskirche Rahlstedt-Ost (8/4 Euro). Weitere Vorstellungen: 19. 10., 19 Uhr, Martin-Luther-Kirche Alsterdorf (10/5 Euro); 20. 10., 16 Uhr, Kirchengemeinde Hoisbüttel; 2. 11., 19.30 Uhr, Christuskirche Wandsbek Markt (Eintritt frei), 3. November, 18 Uhr, Trinitatiskirche Hohenhorst (8/4 Euro). Karten: Tel.: 66 85 74 79 oder 672 55 17 sowie buero@markuskirchengemeinde.de
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