Einfach dazu gehören

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Darline Vollandt (v.l.) und ihre Eltern Andrea und Thorsten im Gespräch mit Pastorin Christa Usarski Foto: kg

Inklusive Konfirmandengruppe: Gute Erfahrungen an der Friedenskirche Berne

Von Karen Grell
Berne
Im Mai startet in der Friedenskirche Berne zum dritten Mal eine inklusive Konfirmandengruppe, in der Jugendliche mit körperlichen oder geistigen Einschränkungen sich zusammen mit anderen Jugendlichen auf die Konfirmation vorbereiten. „Alle lernen mit und voneinander“ betont Pastorin Christa Usarski. „Wir brauchen dafür natürlich immer auch einen erhöhten Personalschlüssel.“

Voll akzeptiert


Darline Vollandt (18) war dabei, als zum ersten Mal Jugendliche mit Einschränkungen in die Konfi-Gruppe integriert wurden. Bis heute hat sie diese Zeit als ein „ganz tolles Erlebnis“ in Erinnerung. „Besonders die Ausfahrt war so schön“, erzählt die junge Frau, die in der Schule als Kind mit Lernschwierigkeiten oft unter dem fehlenden Verständnis der Mitschüler gelitten hat. „Bei den Konfis gehörte man ganz selbstverständlich dazu.“ „In dem Kursus begann dann für Darline eine ganz neue Zeit, in der sie Freundschaften aufbauen konnte“, berichtet auch ihre Mutter Andrea „und vor allem auch die Erfahrung machen konnte in einer Gruppe akzeptiert zu werden.“ Auch heute kommt Darline noch zu der Jugendfreizeitgruppe der Kirche, die sich regelmäßig trifft. „Darauf freut sie sich die ganze Woche über“, sagt Vater Thorsten. Pastorin Usarski zieht Bilanz: „Die Erfahrung der letzten Kurse hat gezeigt, dass die Konfirmanden ohne Vorbehalte aufeinander zugehen und gerade diese Art des Lernens als besonderen Gewinn betrachten“. Als Darline sich für die Teilnahme an der ersten Inklusiven Konfirmationsgruppe entschied, entstand die Idee durch ein Gespräch in der Kirche, bei dem die Familie von dem Angebot erfuhr. „Unsere Tochter war sofort begeistert von der Möglichkeit“, erinnern Thorsten und Andrea Vollandt die damalige Situation.

Positive Erinnerungen


Gleich am nächsten Tag habe sich Darline dann angemeldet und auch noch zwei Wochen vor der Konfirmation taufen lassen. „Wir wollten sie bei der Wahl ihrer Religion selber entscheiden lassen“, so die Eltern. Während der Konfi-Zeit hat sie dann auch die Erfahrung gemacht, von anderen gebraucht zu werden. Felix, der als Rollstuhlfahrer beim Unterricht dabei war, freute sich oft, von seiner Mit-Konfirmandin geschoben zu werden. „Konfirmandenunterricht heute ist mit dem aus meiner Generation gar nicht mehr vergleichbar“, meint Thorsten Vollandt. Bei ihm habe man nur Texte aus der Bibel auswendig gelernt. „Wir lernten vor allem uns gegenseitig kennen und sprachen über Themen, die unseren Alltag betreffen“, erinnert sich seine Tochter. Darline ist jetzt eine selbstbewusste junge Frau, die sich gerade auf ihre Ausbildung zur Bäckerin vorbereitet. Wer sich für den nächsten inklusiven Konfirmation-Kursus anmelden möchte, kann ab sofort mit der Kirchengemeinde in Berne Kontakt aufnehmen.

Konfirmandenkurs, montags, 16.30 bis 18 Uhr, Friedenskirche Berne, Lienaustraße 6, Infos und Anmeldung ab sofort: Pastorin Usarski: Telefon 678 69 40, Kirchenbüro: Telefon 643 13 53
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