Energiewende in Rahlstedt

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„Das Caféhaus“ in der Rahlstedter Straße bekommt ein Windrad. Fotos: rg

Test für Kleinwindrad im Wohngebiet

Von Rainer Glitz

Rahlstedt. Windräder gibt es in Hamburg und im Umland viele. Sie sind schon weithin sichtbar und stehen meist etwas außerhalb. Windräder mitten im Wohngebiet aber sind eine Rarität – anders als die weit verbreiteten Sonnenkollektoren auf vielen Dächern. Eins steht in Duvenstedt, um das zweite wird demnächst in Rahlstedt montiert. „Das Bezirksamt Wandsbek hat die Genehmigung erteilt, Mitte November geht es los“, sagt Oliver Schweim. Er sitzt für die Grünen im Bauprüfausschuss Rahlstedt und im Planungsausschuss des Bezirkes Wandsbek. Dort lernte er auch den Konditor Klaus Lange kennen und dessen Plan, ein Windrad in der Rahlstedter Straße zu errichten.
„Es sieht aus wie ein klassisches Windrad mit drei Flügeln, nur kleiner“, erklärt Schweim. Der Durchmesser beträgt 3 Meter 50. Die Anlage soll im hinteren Teil der Konditorei auf das Dach montiert werden. Das Windrad wird „Das Cafehaus“ mit 1.500 bis 2.500 Kilowattstunden Strom im Jahr versorgen – je nach den Windverhältnissen.
Die Inhaberfamilie Lange will den Strom direkt für die Backstube und die Kaffeerösterei verwenden und nicht ins Netz einspeisen. Bereits jetzt wird das Haus in der Rahlstedter Straße mit einer energiesparenden Heizung warm gehalten, das Café wird mit stromsparenden LED-Lampen beleuchtet. „Wir als Grüne würden uns natürlich über einen Erfolg des Pilotprojektes freuen, erneuerbare Energien nicht nur in Windparks, sondern auch dezentral in Wohngebieten zu erzeugen“, so Oliver Schweim. Doch der Erfolg hängt auch von den Nachbarn ab. Der Geräuschpegel des Kleinwindrades liegt laut Herstellerangaben nicht höher als der von Wind in den Bäumen. Die von vielen als störend empfundenen Schlagschatten der sich drehenden Flügel sind das Hauptproblem.
Doch der Schatten fällt die meiste Zeit des Tages auf das Haus, außerdem stehen drei große Bäume direkt neben dem Windrad. Bislang gibt es keine Proteste der Nachbarn gegen das Ökoprojekt.
Sechs Monate lang läuft die Probephase. Sollte es dann doch zu Problemen kommen, hat sich die Familie Lange verpflichtet, das Windrad wieder abzubauen.
„Auch bei einem Misserfolg würden wir etwas lernen“, sagt der grüne Lokalpolitiker Schweim. Zum Beispiel, ob eine andere Bauform besser geeignet wäre.
Denn es gibt auch Windkraftanlagen, die sich um eine senkrechte Achse drehen. (rg)
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