Erfolgreiche Masche

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Christa Müller ist eine „Strickliesel“ Foto: kg

Eilbeker „Stricklieseln“ fertigen Tausende Teile für Frühgeborene. Frauen suchen weitere Helfer

Von Karen Grell
Eilbek
Im Hansa-Nachbarschaftstreff am Hammer Steindamm treffen sich zwei Mal im Monat die „Stricklieseln“. Die engagierten Frauen produzieren seit 2013 Kleidung für Frühchen in Hamburger Krankenhäusern – ehrenamtlich. „Es gibt doch nichts Schöneres, als den Kleinsten dieser Welt zu helfen“, schwärmt Christa Müller, die schon lange zu der strickenden Gruppe gehört. Bei Kaffee und Kuchen werden kleine Trost-Teddys für Krankenwagen, Pucksäcke für Frühchen, winzige Mützchen und noch kleinere Socken gestrickt.
Christel Hagelweid leitet die Gruppe und freut sich immer wieder darüber, so viel Engagement im Stadtteil zu erleben. Was viele nicht wissen: „Jedes fünfte Kind, das in Hamburg auf die Welt kommt, hat zu wenig Kleidung“. Schon bei der Grundausstattung fehle es an vielem. Da seien die Eltern glücklich und dankbar über jede Unterstützung. Lange brauchen die routinierten Wollverwerterinnen nicht für ein neues Stück.
„Eine kleine Mütze ist an einem Abend fertig“, bestätigen die Teilnehmerinnen, die gern auch strickende Herren aufnehmen würden. Die Produktion der Damen ist enorm. Allein in Eilbek wurden im vergangenen Jahr 280 Teile gestrickt, bei allen Stricklieseln in ganz Hamburg bald 5000. Ausgeliefert an die Kliniken wird dann zwar nur dreimal im Jahr, Christel Hagelweid fährt aber auch häufiger, wenn gerade eine Tasche vollgepackt ist. Die Motivation für das unermüdliche Weitermachen erhalten die Stricklieseln von den glücklichen Eltern. Es geht somit nicht nur um die Wärme, die durch die Mützen geschenkt wird, sondern vor allem auch um die herzliche Unterstützung für die Babys, die viel zu früh auf die Welt gekommen sind und deshalb ganz besonders behütet werden müssen. Da das Engagement ehrenamtlich ist und somit auch kein Geld in die Kassen fließt, sind die Stricklieseln immer wieder auf Wollspenden angewiesen.
„Wichtig ist, dass die Wolle nicht kratzt oder fuselt“, betont Christel Hagelweid. Gut ist deshalb die extra Strumpfwolle oder Wolle, die für Babys geeignet ist.
Neben den Wollspenden, suchen die Stricklieseln auch Nachbarn, die Lust haben, sich beim Stricken zu beteiligen, denn neben dem Klappern der Nadeln hört man in der Runde auch jede Menge lustiger Geschichten und hat ganz nebenbei eine sinnvolle Aufgabe für die Freizeit gefunden. „Wir freuen uns über neue
Gesichter“.

Stricklieseln, Nachbarschaftstreff Hammer Steindamm 26, zweiter und vierter Donnerstag im Monat, 16 bis 18 Uhr, Christel Hagelweid: 206950
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