Ex-Millionär muss für Überfall ins Gefängnis

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Das Auktionshaus überfiel der Ex-Millionär im vergangenen Jahr
Wandsbek /Hohenfelde. Als junger Geschäftsmann hatte Sascha L. (33) Millionen verdient. Er hatte mit kostbaren alten Büchern und mit teuren Weinen gehandelt. Doch dann verlor er alles. Jetzt muss der Ex-Millionär für sieben Jahre ins Gefängnis. So urteilte das Hamburger Landgericht gegen ihn.
In seiner Verzweiflung hatte Sascha L. am 19. Februar vergangenen Jahres einen bewaffneten Überfall auf ein Auktionshaus im Graumannsweg in Hohenfelde begangen (wir berichteten). Als vermeintlicher Kunde hatte er sich in dem Auktionshaus Schmuckstücke aus einer Vitrine zeigen lassen. Während der Verhandlung mit der Angestellten zückte er plötzlich eine Gaspistole und bedrohte die Verkäuferin. Dann entnahm er der Vitrine Schmuck im Wert von über 100.000 Euro. Bei seiner Flucht schoss er dem Geschäftsführer des Hauses, der ihn aufhalten wollte, Reizgas in das Gesicht. Vor Gericht hatte der Angeklagte geweint und gejammert: Es sei eine Verzweiflungstat gewesen. Zu seinem finanziellen Absturz sei es gekommen, weil Einbrecher seinen Firmensitz, eine schmucke Villa in Wandsbek, geplündert hatten. Dann kam der Verdacht auf, er habe den Einbruch vorgetäuscht. Die Medien berichteten über die Verdächtigungen gegen den Geschäftsmann. Sascha L.: „Innerhalb weniger Tage war mein Ruf ruiniert!“
Nach der Pleite in Hamburg habe er mit einem Antiquitätenhandel in Prag einen Neuanfang versucht. Doch dort, so jammerte er dem Gericht vor, sei das Geschäft von einem Mitarbeiter ausgeraubt worden.
Danach habe er sich in eine andere Welt geflüchtet. Er habe Drogen geschluckt und sein Sexleben verändert. Trotz einer gut funktionierenden Partnerschaft mit einer Rechtsanwältin traf er sich mit jungen Männern. Am Tag vor dem Überfall habe er erfahren, dass er HIV-positiv sei. Dadurch habe er endgültig alle Hoffnung verloren und sich zu dem Überfall entschlossen.
Er habe eine letzte verrückte Sache begehen wollen. Danach bliebe ihm, so glaubte er, nur noch der Suizid. Das Gericht hörte sich das Gejammer an, fällte aber trotzdem ein hartes Urteil. Begründung: Es war ein klassischer Überfall mit dem Bestreben ordentlich Beute zu machen. (je)
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