Expertin für Star-Schnitte

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165 Zentimeter Powerfrau eingerahmt von der doppelten Olivia Jones (links aus Wachs) Foto: wb
 
Kerstin Peuker als Turniertänzerin Foto: wb

Schneidermeisterin Peuker stattet auch Olivia Jones aus. Jubiläum und Pläne

Bramfeld Bei der Frage, wer denn bisher ihr größter Kunde war, muss Kerstin Peuker nicht lange zögern. „Olly natürlich“, lacht die zierliche Schneidermeisterin aus Bramfeld – und mit „Olly“ meint sie Oliva Jones (45), Hamburgs schillernder Travestiekünstler und mit 207 Zentimetern Größe eine eindrucksvolle Persönlichkeit. Ein freches Sternchenkleid hat Kerstin Peuker für Oliva Jones geschneidert – sie/er trug es vor zwei Jahren beim Dschungelcamp-Abschluss vor der TV-Kamera. Und auch die lebensgroße Nachbildung von Olivia im Panoptikum an der Reeperbahn hat sie vor einem Jahr bunt und schrill eingekleidet – „da geht schon ‘ne Menge Stoff drauf ...!“

Phantasievolle, bunte und durch Strass-Applikationen und Swarovski-Pailetten glänzende Kleider für den Tanzsport – das ist Kerstin Peukers eigentliches Metier, hier hat sie weit über Hamburgs Grenzen hinaus und sogar im Ausland einen hervorragenden Ruf, und das bereits seit 25 Jahren. In diesem Jahr wird dieses „Silber-Jubiläum“ in ihrem Atelier an der Bramfelder Chaussee entsprechend gefeiert. Begonnen hatte diese Karriere eigentlich schon, als Kerstin Peuker noch ein kleines Mädchen war und ihre Mutter sie beim Turnverein Farmsen in der Kindertanzsport-Gruppe anmeldete. „Das hat mich und auch meinen späteren Berufswunsch geprägt“, erklärt die aparte Direktrice. Modeschöpferin wollte sie schon damals werden, genauer: schöne Kleider für den Turnier-Tanzsport schneidern.

Und Tanzen, ja – das wurde ihr großes Hobby, mit dem sie über viele Jahre sehr erfolgreich war. An allen großen Standard- und Latin-Turnieren in Deutschland hat sie teil genommen, auf dem Höhepunkt ihrer Karriere gehörte sie zu den Top-Ten-Tänzerinnen in der Republik. Inspiriert durch den Amateurtanz verlor Kerstin Peuker aber nie ihr großes Berufsziel aus den Augen. Sie machte eine Schneiderlehre, es folgten Gesellenjahre in namhaften Werkstätten, schließlich die Meisterprüfung. „Dann hab‘ ich‘s gewagt“, sagt Kerstin Peuker: Mit 25 Jahren machte sie sich selbstständig. Zuerst in einer kleinen Einlieger-Wohnung im Farmsener Elternhaus und mit Unterstützung der Eltern. Dann, vor zwölf Jahren, erfolgte der Umzug in den heutigen Atelier-Laden in Bramfeld.

Und Kerstin Peuker hatte durch Talent, Fleiß und Ausstrahlung auch im Haute-couture-Bereich mit Abend-Garderobe Erfolg – Ilse Werner gehörte zu ihren Kunden, Sub-Unternehmen von Thomas I-Punkt und Jil Sander zu ihren Auftraggebern. Schwerpunkt blieb und bleibt aber das schillernde Outfit für den Tanzsport, leuchtende, stilvolle Kleider, die sie auch auf Tanzsport-Messen in ganz Deutschland präsentiert. Ebenfalls zum Reportoire gehören entsprechende Kleidungsstücke für Herren – maßgeschneiderte Bodys für den Latintanz, aber auch ausgefallende Anfertigungen wie jetzt gerade eine Auftragsarbeit für die „Hohe Reiterschule“ in Wien: vier spanische Anzüge, bestehend aus schwaren Bolero-Jacken mit farbenprächtigen Applikationen und Bundfalten-Hosen aus feiner Wolle mit Trivera.

Obwohl Kerstin Peuker als Allein-Unternehmerin schon jetzt an sechs Tagen von morgens bis spätabends ausgelastet ist, will sie ihr Angebot nun noch erweitern. „Als zweites Standbein denke ich daran, in Zukunft auch kirchliche Garderobe wie Talare herzustellen“, erklärt die agile Schneidermeisterin. (ks)
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