„Farmsen hat Soll erfüllt“

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Auf diesem Gelände an der Stargarder Straße soll die Unterkunft für minderjährige Flüchtlinge gebaut werden Foto: wb

Viele Bürger lehnen geplante Unterkunft an Stargarder Straße ab

Farmsen Der Widerstand gegen die vom Bezirk geplante Unterkunft für 48 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge an der Stargarder Straße (das Wochenblatt berichtete) ist nach wie vor groß. Sowohl die kürzlich gegründete Bürgerinitiative Oldenfelde als auch der Bürgerverein Farmsen-Berne lehnen das Projekt strikt ab.
Das Hauptargument: Farmsen, an dessen Grenze das neue Quartier gebaut werden soll, ist bereits über Gebühr mit Flüchtlingsunterkünften belastet. Ein Bodengutachten soll zudem die Nichteignung des Geländes belegen. Uwe Schurig (63), geschäftsführender Vorstand des SC Condor Tennis, und Jürgen Michaelsen (65) sprechen für die Bürgerinitiative Oldenfelde, die sich erst im Juni gegründet und inzwischen nach eigenen Angaben rund 150 Mitglieder hat. Schurig: „Wir stehen ab September mit einem eigenen Bodengutachten Gewehr bei Fuß. Wenn die Baugenehmigung vorliegt und wir haben den Eindruck, es wurde getrickst, werden wir juristisch dagegen angehen. Das haben wir auch dem Bezirksamtsleiter in einem Gespräch erklärt.“

Ist der Boden kontaminiert?


Bei der Initiative ist man der Meinung, dass die Unterkünfte im Bezirk ungerecht verteilt sind. Zur Demonstration faltet Michaelsen eine Bezirkskarte, auf der die Standorte verzeichnet sind, auf: „Man sieht, dass sich die Quartiere in Farmsen und im Süden des Bezirks ballen. Im Norden gibt es kaum Standorte. Wie wäre es denn mal, eine Unterkunft in den Volksdorfer Teichwiesen zu errichten?“
Die Kritiker weisen auch auf eine mangelhafte Infrastruktur in Farmsen hin: „Daran hat sich in 30 Jahren nicht viel verändert. Inzwischen gibt es aber mindestens 12.000 Wohnungen mehr. Schauen Sie sich doch das tägliche Bus-Chaos am U-Bahnhof an.“
Hans-Otto Schurwanz, 1. Vorsitzender des Bürgervereins (rund 400 Mitglieder), stößt ins gleiche Horn: „Farmsen hat sein Soll erfüllt. Es ist nicht gerechtfertigt, hier noch mehr Flüchtlinge unterzubringen.“ Dem Standort Stargarder Straße prophezeit er: „Die Fläche ist kontaminiert, wo möglich auch mit Industrieabfällen. Wenn sich das bestätigt, kann dort nicht gebaut werden.“ (tel)
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