Feuerwehr feiert Jubiläum in Hamburg/Meiendorf

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Die Freiwillige Feuerwehr Meiendorf mit einer Handdruckspritze um 1893 Foto: Archiv FF Meiendorf
 
2014: Die Freiwillige Feuerwehr Meiendorf mit Jugendfeuerwehr Foto: rdm

Meiendorfer Kameraden löschen seit 125 Jahren große und kleine Brände

Von Reinhard Meyer
Hamburg. Meiendorf stehen besondere Festtage bevor: Die Freiwillige Feuerwehr Meiendorf feiert ihr 125-jähriges Jubiläum – mit Feuerwehrball am 30. Mai und offiziellem Empfang am 1. Juni im Gymnasium Meiendorf. Prominenz aus Politik und Gesellschaft wie Senator Neumann und Bezirksamtsleiter Thomas Ritzenhoff haben sich angesagt. Mit dem Tag der offenen Tür am 31. Mai wirkt die FFW Meiendorf am Stadtteilfest Meiendorf mit. Was bewegt Wehrführer Armin Schack bei diesem geschichtsträchtigen Datum? „Die technische Entwicklung der Meiendorfer Feuerwehr in diesen Jahrzehnten ist atemberaubend.“
Wehrführer Schack: „Die Männer begannen ihre Arbeit ab 1889 mit einem pferdebespannten Wagen mit aufmontierter Handdruckspritze. Der Wassertransport erfolgte wesentlich über eine Löscheimerkette. Nach mündlicher Information bei einer Feuermeldestelle wurden die Männer über ein Nebelhorn alarmiert. Heute haben wir zwei hochmoderne Einsatzfahrzeuge mit technischer Ausstattung für viele Notfälle. Ein digitales Alarmierungssystem mobilisiert die Feuerwehrleute in
Minutenschnelle.“

Einige Krisen

Wie kam es zur Gründung der FFW Meiendorf 1889? Ein Sommergewitter löste einen Brand auf einem Bauerngehöft aus. Nach mehreren vorausgegangenen Bränden erkannten Meiendorfer Bauern und Bürger die Notwendigkeit, die Brandbekämpfung im Dorf zu organisieren. In den folgenden Jahrzehnten wurde wie überall die Feuerwehrtechnik auch in Meiendorf laufend modernisiert. Dennoch gab es durch Rückgang der Mitgliederzahl mehrfach existenzgefährdende Krisen. Dazu Armin Schack: „So führte die Einberufung zum Militär im 1. Weltkrieg zu einer empfindlichen Schwächung des Mannschaftsbestandes. Im 2. Weltkrieg brachten die
Einsätze im brennenden Hamburg die Männer der FFW Meiendorf an den Rand ihrer Kräfte. Mit Einberufungen zum Volkssturm gegen Kriegsende brach ihre Arbeit zusammen.“

„Immer wieder erkannten Meiendorfer Männer
ihre Verantwortung für
das Gemeinwohl, motiviert durch den Leitspruch aller Freiwilligen Feuerwehren: ‚Gott zur Ehr, dem
Nächsten zur Wehr‘.“
Armin Schack

Wie hat die FFW Meiendorf diese Krisen überwunden? Armin Schack: „Immer wieder erkannten Meiendorfer Männer ihre Verantwortung für das Gemeinwohl, motiviert durch den Leitspruch aller Freiwilligen Feuerwehren: ‚Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr‘. Er verpflichtet die Feuerwehrleute zu unbedingtem Einsatz für Leib und Leben, Hab und Gut des Nächsten.“ Welche Aufgaben nimmt die Freiwillige Feuerwehr Meiendorf heute im Gegensatz zu früher wahr? Laut Armin Schack beschränkten sie sich in den ersten Jahrzehnten auf die Brandbekämpfung im Dorf.

19 Einsätze bislang

Heute machen Löscheinsätze nur ein Drittel der Aktivitäten aus, zwei Drittel sind technische Hilfen bei Orkan- oder Unfallschäden. Daneben sind präventive Brandverhütung und Engagement im Kommunalleben wichtig. Und: Die Freiwilligen Feuerwehren ergänzen erfolgreich die Arbeit der Berufsfeuerwehr bei regionalen und überregionalen Katastropheneinsätzen. Jeweils 44 Einsätze fuhren die Kameraden im Schnitt in den vergangenen Jahren. Seit Jahresbeginn wurden sie bislang 19 Mal gerufen. Was wünscht sich Armin
Schack für die Zukunft? „Wir sind personell, von unserer Ausbildung her und technisch hervorragend aufgestellt. Wir sind im Leben der Meiendorfer fest verankert. Wir wollen unsere Arbeit für sie engagiert fortsetzen.“ (rdm)
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