Fit für europäischen Arbeitsmarkt

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Die spanischen, polnischen und deutschen Schüler halten das Ergebnis ihrer zweijährigen Arbeit in der Hand Foto: mt

Otto-Hahn-Schüler arbeiteten beim länderübergreifenden Comenius-Projekt mit

Von Marco Thielcke
Jenfeld. Wie bewerbe ich mich im europäischen Ausland und welche Erwartungen haben Unternehmen aus anderen Ländern? Neun Schüler der Otto-Hahn-Schule gingen zwei Jahre diesen Fragen nach. Heraus kamen 195 Seiten Papier und einige überraschende Erkenntnisse. Die Projektgruppe „Comenius“ der Stadtteilschule in Jenfeld befragte zusammen mit ihren Partnerschulen in Spanien und Polen insgesamt 90 Unternehmen im In- und Ausland. Finn Piko aus Jenfeld wertete die Antworten der deutschen Unternehmen in der Studie aus und verglich diese mit den Aussagen der polnischen und spanischen Personalabteilungen. „Wir erkannten schnell, dass sich die Erwartungen an die Bewerber zum Teil deutlich unterscheiden“, sagt der 17-jährige Schüler. Laut dem Projekt sind zum Beispiel Praktika in Polen eher unüblich, nur eine von 30 befragten Firmen bot überhaupt ein Schülerpraktikum an. In deutschen und spanischen Unternehmen sind Praktikanten dagegen Alltag. Aber auch die Erwartungen die Personalabteilungen an Bewerber haben ändern sich offenbar an den Grenzen. So schätzen deutsche Unternehmen vor allem Zeitmanagement und Pünktlichkeit bei Berufseinsteigern, im Ausland landen diese Punkte aber nur auf den hinteren Rängen. In Spanien und Polen zählt vor allem Teamfähigkeit und Kommunikation.
Viele der Schüler wollen sich nach dem Abitur oder dem Studium im Ausland bewerben. Besonders für die spanischen Schüler ist das eine Option angesichts von 56 Prozent Jugendarbeitslosigkeit auf der iberischen Halbinsel. Aber auch die Schüler der Otto-Hahn-Schule fühlen sich nun fit für den europäischen Arbeitsmarkt. „Es ist gut zu wissen, welche Fähigkeiten europäische Arbeitgeber suchen“, sagt Finn.
Bezirksamtsleiter Thomas Ritzenhoff fand vergangene Woche bei der Abschlussfeier warme Worte für das Projekt: „Hier wird der europäische Gedanken gelebt. Die Schüler konnten viel voneinander lernen und sich bei der Berufswahl gegenseitig helfen.“
Die Partnerschaften mit den beiden Schulen will die Otto-Hahn-Schule auch in Zukunft durch das von der EU geförderte Erasmus-Austauschprogramm fortführen.
Das COMENIUS-Programm ist ein 1997 eingerichtetes Programm der Europäischen Union mit dem Ziel, die Zusammenarbeit von Schulen aller Schulstufen und Schulformen innerhalb der Europäischen Union sowie die Mobilität von Schülern und Lehrern zu fördern. Es ist seit 2005 Teil des EU-Programms für lebenslanges Lernen. Namensgeber ist der Pädagoge Johann Amos Comenius.

Nähere Infos unter kmk-pad.org
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