Flüchtlinge am Elfsaal

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Neben diesem alten Gebäude auf dem Gelände von Fördern und Wohnen sollen die Flüchtlingsunterkünfte entstehen Foto: Bätz/wb

Unterkunft mit 350 Plätzen und 207 Wohnungen geplant

Von Marco Dittmer
Jenfeld
Die Sozialbehörde plant in Jenfeld eine Flüchtlingsunterkunft mit bis zu 350 Plätzen. Zusätzlich will das städtische Wohnungsunternehmen SAGA GWG auf einem benachbarten Grundstück in einem durch Polizeirecht beschleunigten Verfahren Hunderte Wohnungen für Flüchtlinge bauen. Das gaben die Behörde und SAGA bei einem Info-Abend im Wandsbeker Bürgersaal bekannt. Rund 50 Anwohner nahmen an der Info-Veranstaltung des Bezirkes teil. Viele von ihnen monierten, lange nichts von den Plänen gewusst zu haben. Die Bezirksverwaltung informierte am 4. November Anwohner über die Unterbringung. Frank Schwippert, stellvertretender Bezirksamtsleiter, entschuldigte sich für die späte Benachrichtigung. Bei einigen Anwohnern werden Erinnerungen an 2012 wach, als der Bezirk, ohne mit den Anwohnern zu sprechen, am Elfsaal ehemalige Sicherungsverwahrte unterbrachte – auch dafür entschuldigte sich Schwippert.

Bebauung durch Polizeirecht


Die ersten Bewohner auf dem Gelände von „Fördern und Wohnen“, dem städtischen Betreiber von Einrichtungen für Wohnungslose und Zuwanderer, ziehen voraussichtlich bis Ende Februar 2016 in die Gebäude. Bis dahin sollen in einem ersten Abschnitt acht Gebäude mit je acht Wohnungen auf zwei Etagen verteilt fertig sein. Die Wohnungen haben Platz für zwei bis drei Bewohner.
In einem zweiten Abschnitt baut die SAGA nebenan 207 Wohnungen. Acht der insgesamt zwölf Mehrfamilienhäuser sollen noch bis Weihnachten 2016 bezugsfertig sein. Die Bauarbeiten beginnen wohl noch in diesem Jahr, die ersten Fundamente werden Anfang nächsten Jahres gegossen. Um die Arbeiten zu beschleunigen, wird laut Bezirksamt auf dem Gelände das sogenannte Polizeirecht angewandt. Regelungen im Bebauungsplan und Vorschriften beim Wohnungsbau werden dabei noch während der Bauphase angepasst. Maximal zehn Jahre sollen Flüchtlinge in den SAGA-Wohnungen leben, danach können auch Hamburger Wohnungssuchende an den Elfsaal ziehen.
In Hamburg leben aktuell rund 20.000 Flüchtlinge, viele von ihnen übernachten in Zelten, Hallen oder Holzhütten der Erstaufnahmeeinrichtungen. Durch den anhaltenden Zuzug steigt der Druck auf die Sozialbehörde, mehr Folgeunterkünfte zu planen. Dazu sollen Tausende Wohnungen für Flüchtlinge gebaut werden. Dafür sind laut SAGA auch neue Kooperationen der Wohungswirtschaft mit der Stadt notwendig, der Elfsaal soll ein Beispiel für eine solche Zusammenarbeit werden.
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