Flüchtlinge bleiben länger an der Krogmannstraße

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Die Unterkunft an der August-Krogmann-Straße. 850 Flüchtlinge leben dort zurzeit Foto: mt

Staatsrat: Keine Zeltstadt in Farmsen. Ab 2017 baut die SAGA

Von Michael Hertel
Farmsen
Die derzeitige Flüchtlingsunterbringung in der August-Krogmann-Straße wird etwa neun bis zwölf Monate länger andauern als ursprünglich geplant. Das berichtete Jan Pörksen, Staatsrat der Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration („BASFI“) während der Sondersitzung des Regionalausschusses Bramfeld-Steilshoop-Farmsen-Berne am Montag in der Karl-Schneider-Halle. Rund 70 interessierte Bürger nahmen an der öffentlichen Sitzung teil und konnten Fragen stellen. Derzeit sind an der August-Krogmann-Straße rund 850 Flüchtlinge untergebracht. Nach Mitteilung Pörksens wird die SAGA dort ab 2017 rund 350 Wohneinheiten im öffentlich geförderten Wohnungsbau errichten. Der SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Lars Pochnicht: „Hier entsteht das aktuell größte Neubauprojekt im Bezirk. Es ist gut, dass wir nun Klarheit haben nach einer langen Hängepartie zwischen Berufsförderungswerk, Finanzbehörde, Sozialbehörde und der SAGA.“

Integrationsklassen


Pörksen gab dem Ausschuss einen Überblick über die Flüchtlingssituation in Hamburg und dem Bezirk Wandsbek: „Es kommen täglich zwischen 200 und 300 Flüchtlinge nach Hamburg.“ Die neue Vorgehensweise sei, Kriegsflüchtlingen – beispielsweise aus Syrien – zügig eine Integrationsperspektive zu geben. So werden laut Pörksen für Flüchtlingskinder in der Stadt derzeit rund sechs neue Integrationsschulklassen pro Monat geschaffen. Dagegen sollen Verfahren für Personen ohne Asylperspektive schneller abgeschlossen werden. Dafür suchen alle beteiligten Behörden auf Bezirks-, Landes- und Bundesebene intensiv nach Personal. Händeringend werden in Hamburg auch weitere Flächen für Unterkünfte gesucht. Kopfzerbrechen bereiten vor allem rund 4000 Flüchtlinge, die bis zum Winter aus Zelten in feste Quartiere umgesiedelt werden müssen. Große Einheiten – etwa Containerdörfer oder Zeltanlagen – seien im Bereich Farmsen-Berne derzeit aber nicht geplant.
Kritik gab es dennoch weiterhin am geplanten Standort Stargarder Straße für 48 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge und an der nach Ansicht von Bürgern ungerechten Verteilung der Lasten zwischen „ärmeren“ und „reicheren“ Stadtteilen.
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