Fusion der fünf katholischen Gemeinden fast fertig

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Pfarrei-Team auf der Baustelle Heilig Geist (v.l.): Nikolaus Fuchs (Bauausschuss), Regina Kasparek (69, Gemeindesekretärin), Sylvia Fuchs (62, Themenverantwortliche), Pater Hans-Joachim Winkens, Gabriele Pietruska, 67, Öffentlichkeitsarbeit) und Werner Pietruska (Personalausschuss) Foto: tel

Im Erzbistum Hamburg entstehen so aus etwa 160 Gemeinden rund 30 Pfarreien

Farmsen Das Gerüst an der katholischen Heilig-Geist-Kirche am Rahlstedter Weg in Farmsen ist durchaus symbolisch zu deuten: Hier wird gebaut, und zwar nicht nur handwerklich sondern auch an der Organisationsstruktur. Heilig Geist bildet seit rund zwei Jahren zusammen mit St. Bernard (Poppenbüttel), Heilig Kreuz (Volksdorf), Mariä Himmelfahrt (Rahlstedt) und St. Wilhelm (Bramfeld) die Pfarrei Seliger Johannes Prassek (von den Nazis am 10. November 1943 in Hamburg hingerichteter katholischer Priester). Und noch mehr: Diese Fusion der fünf weiterhin relativ selbstständigen Gemeinden unter dem Arbeitstitel „Pastoraler Raum Hamburg-Nordost“ soll das seelsorgerische Personal entlasten und ist verbunden mit einer erheblichen Aufwertung des Laien- und Ehrenamtes.
In der Praxis bedeutet es, dass beispielsweise Pater Hans-Joachim Winkens (60) regelmäßig auch in den anderen Gemeinden Gottesdienste hält, aber ebenso, „dass ich von organisatorischem Aufwand und Verwaltung entlastet werde“, so der Pfarrer. Mit der Sanierung der Gemeindekirche jedenfalls hat er nur noch als Vorsitzender des Kirchenvorstands (der Pfarrei) zu tun. Den Großteil der Arbeit nehmen ihm die ehrenamtlichen Mitglieder des Bauausschusses der Pfarrei ab. Sie können sogar über Projekte bis 15.000 Euro autark entscheiden. Weitere Fachausschüsse der Pfarrei befassen sich mit den Bereichen Kita, Personalwesen und Finanzen. Zu den vier Fachausschüssen gehören in jeder Gemeinde Mitarbeiter vor Ort. Hamburg-Nordost war eines der Pilotprojekte des Erzbistums in Sachen Fusion. „Da hatten wir noch viele Freiheiten in der Gestaltung“, freut sich Winkens. Herausgekommen ist nach drei Jahren Entwicklungsarbeit eine lebendige Großpfarrei mit rund 24.000 Mitgliedern (Gemeinde Heilig Geist: rund 4000). Im Erzbistum Hamburg entstehen so aus etwa 160 Gemeinden rund 30 Pfarreien. Dass bei einer solchen organisatorischen Umwälzung nicht immer alles gleich funktioniert, ist klar. Vor allem braucht es qualifizierte wie engagierte Ehrenamtliche, die die Themenbereiche zu verantworten haben, von der Erstkommunion bis zur Freizeitarbeit. „Wir lernen noch“, meint denn auch Werner Pietruska (71) vom Personalausschuss. In Farmsen allerdings befindet man sich bereits im fortgeschrittenen Stadium. Auch bei der Kirchensanierung: „Das ist ein Projekt von mehr als einer Million Euro“, sagt Nikolaus Fuchs (63, Bauausschuss). Inzwischen ist das Glockenspiel wieder installiert, die Fassadensanierung abgeschlossen, so dass das Baugerüst demnächst fällt. Weiter geht es mit dem Blitzschutz und den Fußböden. Nächstes Großprojekt bei Heilig Geist ist die Erweiterung der Kita. (tel)
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