„Gar nichts im Griff“

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Kein Platz mehr frei: rund 500 Anwohner kamen in die Karl-Schneider-Halle Foto: tel

Heftige Diskussion um geplantes Flüchtlingsheim an der Stargarder Straße

Von Michael Hertel
Farmsen
Die geplante Unterkunft für 48 minderjährige, unbegleitete Flüchtlinge (UMF) an der Stargarder Straße (Rahlstedt) kommt! Für diese Erklärung auf der Informationsveranstaltung in der Karl-Schneider-Halle fing sich Bezirksamtsleiter Thomas Ritzenhoff von etwa der Hälfte der rund 500 anwesenden Bürger gleich mal Buh-Rufe und gellende Pfiffe ein. Die Veranstaltung konnte dennoch geordnet fortgesetzt werden. Klaus-Dieter Müller, Geschäftsführer des zur Sozialbehörde gehörenden LEB (Landesbetrieb Erziehung und Beratung) als Bauherr und Betreiber, erläuterte das Vorhaben und gab zu: „Wir brauchen ganz schnell viele Plätze.“ Rund 35 Prozent der Flüchtlinge kämen aus Afghanistan, 34 % aus Somalia und Eritrea und 12 % aus Nordafrika. Von den minderjährigen, unbegleiteten Flüchtlingen seien vor zwei Jahren 489 nach Hamburg gekommen, in diesem Jahr würden es laut Prognose etwa 1300 Menschen. Da sie ohne Eltern kämen, habe die Stadt die Verpflichtung, sie aufzunehmen, erklärte der Bezirksamtsleiter. An der Stargarder Straße werden laut Müller 16 Fachkräfte eingesetzt, dazu drei Sprachvermittler, eine Hauswirtschaftskraft und der Sicherheitsdienst. Zur Unterstützung der Flüchtlinge hat sich die Gruppe „Oldenfelde hilft“ gebildet (Mailadresse: OH-JA2015@wed.de). Ein Anwohner, von Beruf Polizeibeamter, der auch im Bereich Bullerdeich (Hammerbrook) eingesetzt werde, wohin die schwierigen Fälle kämen sagte: „Dort geht es zu wie in Sodom und Gomorra. Polizei und Justiz haben da gar nichts im Griff.“

Kleine Anfrage:
Die Fläche sei „erschlossen und verfügbar“, antwortete der Senat auf die Kleine Anfrage des Rahlstedter CDU-Vorsitzenden und Bürgerschaftsabgeordneten Karl-Heinz Warnholz. Geprüft und durchgefallen seien Standorte an der Lienaustraße (Berne, Schulgelände), an Heestweg 1 (Rahlstedt), Bekassinenau 76 (Berne) und Stein-Hardenberg-Straße (Tonndorf). Im Umkreis von fünf Kilometern zur Stargarder Straße gibt es nach Mitteilung des Senats sieben Unterkünfte für Flüchtlinge/Asylbewerber mit insgesamt rund 1500 Plätzen. Noch in diesem Jahr werden drei weitere UMF-Unterkünfte in Hamburg eröffnet, darunter auch eine an der Kathenkoppel 27 (Berne). (tel)
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