Gartenstadt Berne: Haus wird doch saniert

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Vom Denkmalschutz gerettet: Haus am Rooksbarg in der Gartenstadt Berne Foto: tel

Denkmalschutz einigt sich mit Genossenschaft und gewährt Zuschuss

Von Michael Hertel
Berne
Gute Nachricht aus der Berner Gartenstadt. Dank eines Zuschusses des Denkmalschutzamtes entgeht ein vom Hausschwamm befallenes Gebäude am Rooksbarg dem drohenden Abriss und wird saniert. Eine entsprechende Information hat der Geschäftsführende Vorstand der Wohnungsgenossenschaft, Sönke Witt, den Mitgliedern der Wohnungsgenossenschaft Gartenstadt Hamburg eG zukommen lassen. „Das Thema verursacht uns schon lange graue Haare. Es gibt dort akuten Handlungsbedarf“, erklärt dazu Enno Isermann vom Denkmalschutzamt. Seine – bekanntermaßen nicht gerade üppig finanzierte Behörde – gewährt der Genossenschaft einen Zuschuss über 7.600 Euro für das unter Denkmalschutz stehende Doppelhaus. Dafür verpflichtet sich der Hausbesitzer, die Sanierung des Gebäudes in Angriff zu nehmen.

Gemeinsam zur Lösung


Das vom Schwamm befallene Doppelhauses steht zur Hälfte seit Juni letzten Jahres leer, die andere Hälfte ist noch bewohnt. Kommentar von Enno Isermann: „Das Ergebnis der vertrauensvollen Gespräche ist sehr erfreulich und ein gutes Beispiel dafür, wie man gemeinsam zu einer vernünftigen Lösung kommen kann, die auch dem Denkmalschutz gerecht wird.“ Auch der Berner SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Lars Pochnicht, Mitglied des Aufsichtsrates der Genossenschaft, freut sich über die Einigung: „Nun sollte das Haus auch schnell saniert werden, damit die Nutzer wieder einziehen können“, sagte er dem Wochenblatt auf Anfrage. Genossenschaftlerin Vanessa von Spreckelsen sieht ihre Kritik am Vorstand bestätigt: „Es ist gut, dass das Haus saniert wird. Das fordern viele Mitglieder schon lange. Bei 7.600 Euro Zuschuss fragt man sich allerdings, ob man dieses Ergebnis nicht schon früher hätte erzielen können oder die Genossenschaft die Sanierung auch hätte allein stemmen können. Schließlich sind die Schäden am Haus durch den Leerstand sicherlich nicht geringer geworden.“ Wie hoch die Gesamtkosten der Sanierung veranschlagt werden, konnte bislang noch nicht geklärt werden. Vorstand Sönke Witt war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Bislang hieß es aus dem Genossenschaftsvorstand, die veranschlagten Sanierungskosten hätten einen Umfang erreicht, der die wirtschaftliche Zumutbarkeit für die Genossenschaft in Frage stelle. Das Schicksal des Hauses am Rooksbarg wird in der zwischen 1920 und 1928 entstandenen Gartenstadt-Siedlung mit Argusaugen verfolgt. Hintergrund ist ein genereller Streit um den Denkmalschutz. Ein Teil der Siedlung steht nicht unter Schutz. Dort gibt es leerstehende Häuser und Bestrebungen, diese eventuell durch Neubauten zu ersetzen (das Wochenblatt berichtete).
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1 Kommentar
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anne dingkuhn aus Farmsen-Berne | 29.02.2016 | 07:48  
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