Gemeinsam lernen in Hamburg

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Schulleiter Pit Katzer (l.) im Gespräch mit Schulsenator Ties RabeFotos: Glitz

Erich-Kästner-Schule mit Jakob-Muth-Preis ausgezeichnet

Von Rainer Glitz
Hamburg. „Es gibt nichts Gutes, außer man es“. Frei nach dem Namensgeber begrüßte Hamburgs Schulsenator Ties Rabe die Gäste in der Erich-Kästner-Schule. Das gelte auch für die Inklusion, also das gemeinsame Lernen von Kindern mit unterschiedlichen Begabungen, behinderten und nicht behinderten Schülern. „2010 haben wir in Hamburg den Startschuss gegeben, seitdem hat die Inklusion eine stürmische Entwicklung genommen“, bilanzierte Rabe und ergänzte: „Es war ein unbequemer Prozess, der eine Anlaufphase brauchte“. Die Erich-Kästner-Schule zeige aber, dass Inklusion funktioniert. „Diese Schule ist ein Vorbild und macht anderen Mut“, sagte der Schulsenator. „Ich wäre gern selbst auf eine inklusive Schule gegangen, ohne Berührungsängste und Vorurteile“, sagte dann Verena Bentele, Bundesbeauftragte für die Belange behinderter Menschen, in ihrer Rede. Auch die Regelschüler profitierten von dieser Schulform. Soviel gemeinsames Lernen wie möglich, soviel Einzelförderung wie nötig: Das ist das pädagogische Konzept in Farmsen. „So fördern wir das Selbstbewusstsein“, erklärte Schulleiter Pit Katzer. Die Erich-Kästner-Schule hat 1.360 Schüler, gut 12 Prozent davon haben einen sonderpädagogischen Förderbedarf. 39 der 50 Klassen der Grund- und der Stadtteilschule sind mittlerweile Inklusionsklassen. Die Schüler können selbst entscheiden, was gelernt wird. Es wird viel im Team gearbeitet, dazu kommen individuelle Angebote, wie die Lernwerkstatt und ein Schulzoo. Es gibt sogenannte Logbücher für den persönlichen Lernerfolg.
Dieses Konzept, die Angebote und die Arbeit der Lehrer und Pädagogen habe die Jury überzeugt, sagte Jörg Dräger, Vorstandsmitglied der Bertelsmann-Stiftung. Er überreichte die Urkunde für den Jakob-Muth-Preis für inklusive Schulen, verbunden mit einem Preisgeld von 3.000 Euro. „Gute Inklusion ist machbar, der Preis soll als Unterstützung helfen“, so Dräger. Ausgezeichnet wurden drei weitere Schulen aus Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Benannt ist der Preis nach dem Pädagogen Jacob Muth (1927 – 1993), einem Vorkämpfer und Wegbereiter des gemeinsamen Lebens und Lernens behinderter und nichtbehinderter Kinder. Mehr als 100 Schulen hatten sich beworben. „Wir sind stolz, auf die Erich-Kästner-Schule zu gehen“, freuten sich die Farmsener Schüler.(rg)
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