Grenzwertig

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Auf dieser Grünfläche auf der Grenze zwischen Rahlstedt und Farmsen sollen die Holzhäuser entstehen Foto: wb

Stargader Straße: Geplante Flüchtlingshäuser umstritten. Infoveranstaltung am 17. Juni

Von Michael Hertel
Farmsen-Berne Informationen über die vom Senat geplante Flüchtlingsunterkunft in der Stargarder Straße an der Grenze zu Farmsen-Berne forderte Paul-Georg Hecker (83) auf der Bezirksversammlung Wandsbek. Das Vorstandmitglied des Bürgervereins Farmsen-Berne sprach von „Sorgen und Ängsten“ seiner Mitglieder (rund 450): „Nominell gehört die Fläche zwar zu Rahlstedt. Aber eigentlich liegt sie näher am Zentrum von Farmsen. Und Farmsen ist bereits mit rund 850 Flüchtlingen belastet“, gab er zu Bedenken.

Geht nur um das Wie“


Am Mittwoch (17. Juni, 18.30 Uhr) soll die Bevölkerung bei einer Veranstaltung in der Karl-Schneider-Halle (Berner Heerweg 183) von den Behörden informiert werden. Der Baubeginn für drei Holzfertighäuser, in denen 48 minderjährige unbegleitete Flüchtlinge untergebracht werden sollen, ist für den 6. Juli avisiert. Bezirksamtsleiter Thomas Ritzenhofft fatalistisch: „Hier geht es nicht mehr um das Ob sondern nur noch um das Wie“.
„Ich kann die Ängste der Bürger nachvollziehen. Aber es wird inzwischen viel für die Sicherheit getan, und die Polizei wird dort sehr präsent sein“, erklärte SPD-Fraktionsvorsitzende Anja Quast auch in Hinblick auf frühere Erfahrungen mit dem Standort Feuerbergstraße (Alsterdorf).
Der Rahlstedter FDP-Vorsitzenden und Bürgerschaftsabgeordneten Jennyfer Dutschke geht das Ganze viel zu schnell: „Eine frühzeitige Einbindung der Anwohner wäre ganz wichtig für die Akzeptanz. Stattdessen versucht der Senat den Bau in Rekordtempo durchzusetzen“. Dutschke hält die ausgesuchte Fläche „im Grunde genommen für nicht geeignet“ und forderte über eine Kleine Anfrage an den Senat mehr Informationen. Danach wurde auf dem Flurstück 4074, das der Stadt gehört, direkt neben einem Umspannwerk der U-Bahn vor Jahrzehnten eine Mülldeponie betrieben. Es seien auch bei einer oberflächlichen Bodenuntersuchung im Jahre 2002 erhöhte Bleiwerte gemessen worden. Nach „gegenwärtigem Planungsstand“ seien aber keine Sanierungs- oder Entsorgungsmaßnahmen erforderlich, meint der Senat. Auch vom benachbarten Umspannwerk gingen keine Gefährdungen aus.
Die neue Flüchtlingsunterkunft dient laut Senat der Erstunterbringung und soll zunächst fünf Jahre bestehen bleiben. Der Personalschlüssel wird im Verhältnis 1:3 angegeben. Eine Rundumbetreuung der Bewohner mit einer Nachtaufsicht sei gewährleistet. Im Oktober sollen die neuen Bewohner einziehen.
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