„Hamborg, hol di stief!“

Anzeige
Das Ensemble probt. Links: Aus dem Theaterarchiv: Das Szenefoto aus den 50er Jahren zeigt die Darsteller des Stückes „Asmus op Afweg“: hinten v. li. Hilde Sommer, Name nicht bekannt, Otto Sommer und Walter Hanis. vorn  v. li Emil Petersen, Friedel Hanis, Ruth Hansen, Name nicht bekannt.
 

65 Jahre Volksspielbühne Jenfeld

Von Christa Möller
Jenfeld / Barsbüttel. Mit einer bunten Theaterrevue feiert die Volksspielbühne Jenfeld ihr 65jähriges Bestehen. Denn natürlich wollen die Mitglieder des 1947 gegründeten Vereins ihren Zuschauern etwas Besonderes bieten, wenn sich der Premierenvorhang am 21. September um 20 Uhr im Jenfeld-Haus hebt. Dann heißt es: „Hamborg, hol di stief!“ - eine kleine Geschichte aus dem alten Hamburg in Form von Geschichten und Liedern.
Vor und hinter den Kulissen gibt es allerhand zu tun. Montags und donnerstags von 19.30 bis 22 Uhr Probentermine (im Bürgerhaus Barsbüttel oder im Jenfeld-Haus beziehungsweise auf der eigenen Probenbühne), dazu viermal jährlich jeweils etwa neun Aufführungen, das kostet Zeit. Im Allgemeinen werden zwei plattdeutsche Stücke aufgeführt sowie ein hochdeutsches und ein Weihnachtsmärchen. Die Kosten unter anderem für Saal- und Hallenmiete, Gema-Gebühren und Rücklagen müssen selbst erwirtschaftet werden, was nicht immer leicht ist für die etwa 65 Mitglieder, von denen etwa zwei Drittel auf und hinter der Bühne aktiv sind.
Schon ihre Großeltern und Gründungsmitglieder Hilde und Otto Sommer spielten mit Begeisterung Theater, jetzt engagiert sich Enkelin Renate Meier hier. Schon als Kind bekam sie beim Weihnachtsmärchen ihre erste – stumme – Rolle. Inzwischen ist sie zuständig für Pressearbeit und Inspizienz. „Meine Großmutter hat mich von der Pike auf angelernt“, sagt Renate Meier. Ihren Ehemann Karl-Heinz konnte sie fürs Theater gewinnen, er kümmert sich um Ton und Bühnenbau, und auch Tochter Manuela Veldkamp spielt mit.
So manches Paar hat sich bei der Volksspielbühne kennen- und liebengelernt, wie Annegret Steger und Ehemann Manfred. Enkelin Fabienne (8) hat auch schon mitgespielt.
Spielleiter Uwe Ehlebracht und seine Frau Elke (Souffleuse und zuständig für Kostüme und Fundus) sind schon jahrzehntelang dabei, kein Wunder, dass auch Tochter Karin Fürst sowie Enkel Simon vom Theatervirus befallen sind. Karin Fürst ist Schriftführerin, steht auf der Bühne, entwirft Plakate und ist „eine ganz tolle Schneiderin“, sagt Renate Meier, die betont: „Der harte Kern ist wie eine große Familie.“ Die meisten kommen aus der näheren Umgebung, einige aber auch aus Fuhlsbüttel, Stellingen oder Schenefeld. „Wir machen semiprofessionelles Theater, sind Mitglied im Verband Hamburger Amateurtheater und haben einen festen Zuschauerkreis. Darauf sind wir stolz“, sagt Uwe Ehlebracht, der bis zu 1.200 Zuschauer für eine Inszenierung gezählt hat.
Viele Geschichten aus 65 Bühnenjahren machen immer wieder die Runde, so auch die von der Aufführung des Stückes „Tratsch im Treppenhaus“: 14 Tage vor der Premiere musste eine andere Darstellerin einspringen. Auf der Bühne passierte dann, was nicht passieren darf: Oh Schreck, der Text ist weg! Schnell ein verzweifelter Blick in den Souffleurkasten: „Ich habe keinen Text.“ „Und ich habe kein Licht!“ kam es ganz leise von unten. Doch es gab ein Happyend: Die Schauspielerin fand den Text wieder, die Souffleuse Erleuchtung. Ende gut – alles gut.
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige