Hamburg: Armut macht krank

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Viele Kinder leiden an Asthma und Bronchitis Foto: Thinkstock

Menschen im Hamburger Osten müssen besonders häufig zum Arzt

Von Rainer Glitz
Hamburg. Wo gehen wie viele Hamburger zum Arzt? Und: Ist die medizinische Versorgung in allen Stadtteilen gewährleistet? Ein Gutachten, das Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks in Auftrag gegeben hat, gibt erste Antworten. Ausgewertet wurden die Daten der Kassenärztlichen Vereinigung Hamburg aus dem Jahr 2011. Demnach gibt es deutliche regionale Unterschiede bei der Verteilung von Krankheiten, Alter und soziale Faktoren in den Stadtteilen tragen dazu bei.

Volkskrankeiten

Konkrete Beispiele: Wegen der Volkskrankheiten Hypertonie, Diabetes und Herzinsuffizienz mussten Patienten in den östlichen Stadtteilen, etwa Tonndorf, besonders häufig behandelt werden. Menschen über 65 Jahren gingen wegen Bluthochdruckes, Zuckerkrankheit, Herzschwäche, Depressionen und Demenz vor allem in Horn, aber auch in Jenfeld zum Arzt. Kinder unter 14 Jahren waren besonders in Poppenbüttel von Asthma und Bronchitis betroffen. „Die Volkskrankheiten und das Krankheitsgeschehen insgesamt sind auf regionaler Ebene bei schlechter sozialer Lage stärker ausgeprägt“, fasst das Gutachten zusammen.
Noch ein weiteres wichtiges Ergebnis: „Die hausärztlichen und kinderärztlichen Leistungen werden nicht immer in den Stadtteilen erbracht, in denen die Menschen den größten Bedarf haben“, sagt Gesundheitssenatorin Prüfer-Storcks. Hier bestehe offensichtlich Handlungsbedarf. „Wir müssen Ärztinnen und Ärzte dahin bringen, wo sie am dringendsten gebraucht werden“, so die SPD-Politikerin. Denkbar wären etwa Praxisverlegungen, um eine bessere regionale Verteilung zu erreichen. Das Gutachten wird nun der Hamburger Landeskonferenz Versorgung vorgelegt. Dort sollen dann alle Beteiligten im Gesundheitswesen über Verbesserungen in den Hamburger Stadtteilen beraten.
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