Hamburg: Auf gute Machbarschaft!

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Die Vorsitzende Claudia Orgaß (v.l.), die Gründungsmitglieder Friedrich Pöhler und Barbara Thiele sowie Rosemarie Lüdke, 2. Vorsitzende, hoffen auf weitere Mitglieder Foto: kg/wb

Hinschenfelder gründen Verein und wollen sich gegenseitig unterstützen

Von Karen Grell
Hamburg. Hinschenfelder Nachbarn haben jetzt den Verein „Machbarschaft“ gegründet und wollen sich damit selbstverwaltet gegenseitig unterstützen. Ob im Haushalt, im Garten oder bei Fahrten zum Einkaufen oder Arztbesuch, will der Verein dort Hilfe leisten, wo professionelle Pflege noch nicht greift. „Wir wollen die Lücke schließen, für die noch kein Pflegedienste in Anspruch genommen werden kann, die Senioren aber ein wenig Unterstützung bereits gut gebrauchen könnten“, so Claudia Orgaß, die erste Vorsitzende von „Machbarschaft“.
Wer die Hilfe der Nachbarschaftsorganisation in Anspruch nehmen möchte, muss dafür allerdings bezahlen. 8,60 Euro kostet die Stunde, der Helfende erhält davon 6,80 Euro als Vergütung, der Rest geht in die Rücklagen des Vereins und für Fahrtkosten drauf. Die Idee von Machbarschaft ist vor allem, den Menschen im Alter so lange wie möglich ein selbst bestimmtes Leben in der eigenen Wohnung zu sichern und ihnen auch die bereits bestehenden Kontakte im Stadtteil zu erhalten.

Angehörige entlasten

„Demgegenüber gibt es auch viele Anwohner in Hinschenfelde, die zwar noch fit, aber sehr einsam sind“, weiß Barbara Thiele, die sich spontan entschlossen hat, dem Verein beizutreten. „Menschen, die gern gebraucht werden würden und nicht wissen, wo sie ihr Engagement einsetzen könnten“.
Wichtig ist den Mitgliedern, dass die Einsätze auf nachbarschaftlicher Ebene und im Kontakt zueinander erbracht werden und keine Konkurrenz zu gewerblichen Anbietern darstellen. Wer helfen möchte, stellt seine freie Zeit zur Verfügung und wird dann in dem Rahmen eingesetzt, den er sich am Anfang ausgesucht hat. „Wir bereiten die Helfer mit Schulungen auf ihre Einsätze vor“, so Orgaß.
Warum aber können nicht die Angehörigen der älteren Menschen helfen? „Viele sind berufstätig, wohnen nicht in Hamburg oder haben selber mit kleinen Kindern zu tun“, so Friedrich Pöhler vom Verein, außerdem sei es auch keine schöne Situation, immer als Bittsteller da zu stehen. Familienmitglieder können so bei der Pflege ihrer Lieben entlastet werden und sich mehr Zeit für persönliche Besuche und Gespräche nehmen. Wer keine Familie in der Nähe hat, der kann den Verein für ein wenig Gesellschaft unter Nachbarn buchen.
Bis heute hat Machbarschaft bereits 60 Mitglieder geworben. Damit es jetzt richtig losgehen kann, werden noch weitere Helfer oder Hilfesuchende benötigt. Der Verein finanziert sich zunächst aus den Beiträgen und braucht deshalb ein Startkapital. Wer sich für Machbarschaft interessiert, kann zu einer der nächsten Infoveranstaltungen kommen. (wb)

Machbarschaft Wandsbek-Hinschenfelde, Dernauer Straße 27a, donnerstags 9 bis 12 Uhr Informationsveranstaltungen: Fr. 12.09., 10:30 Uhr, Di. 16.09., 14:30 Uhr und
Do. 25.09., 18:30 Uhr, im Kulturschloss Wandsbek Königsreihe 4
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