Hamburg: Der Seelenstein als Spiegelbild

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Sonja Mosick-Lewin mit einer ihrer Bronzeskulpturen Foto: Christa Möller

Die Rahlstedter Künstlerin Sonja Mosick-Lewin stellt auch in der Karibik aus

Von Christa Möller
Hamburg. Sonja Mosick-Lewin hat ihre Berufung früh gefunden, allerdings mit einem kleinen Umweg: Nach dem Abitur machte die gebürtige Mainzerin zunächst eine Ausbildung zur Damenschneiderin. Das jedoch war nicht ganz das Richtige für sie. Und so begann sie gleich im Anschluss 1992 an der Universität Hildesheim bei Professor Günzel 1992 ein Studium der Kulturpädagogik mit dem Schwerpunkt Bildende Kunst, Bildhauerei. Seit 1997 lebt Sonja Mosick-Lewin als freischaffende Bildhauerin und Seminarleiterin in Hamburg.
In ihrem Oldenfelder Wohnzimmer stehen ausnahmsweise noch einige Stücke aus der jüngsten Ausstellung, sonst jedoch gilt: „Meine Arbeiten wohnen im Flur.“ Fünf bis sechs verschiedene Werke sind dort meist zu bewundern – alle sind verkäuflich. Sie fertigt sowohl verschiedene Serien als auch ihre so genannten Seelensteine, letztere als Auftragsarbeiten. „Meine Arbeiten entstehen im gemeinsamen Gespräch mit dem Auftraggeber über seine Lebensvorstellung, persönlichen Ziele und Qualitäten.“ Im Gespräch bekommt man ein Gespür für den Menschen, ob er beispielsweise warmherzig oder großzügig oder gradlinig ist. Meine Steinideen sind mit Hammer und Meißel gearbeitete Energieformen. In meiner Wahrnehmung sehe ich Menschen, Tiere, Ereignisse in Ihrer Seelenqualität. Diese vermittelt sich mir als Form, die ich zum Beispiel auch mit einer Handbewegung nachvollziehen könnte. Ich fange dann an zu zeichnen und so entstehen die Hauptlinien, die ich anschließend gemeinsam mit dem Kunden herausarbeite.“ Theoretisch, versteht sich. Anschließend suchen die Kunden sich eine Gesteinsart aus. Für Innenräume eignen sich beispielsweise Steatit, Serpentin oder Alabaster, für draußen besser Sandstein, Kalkstein oder Marmor, wie die Künstlerin erläutert.

Sie bietet auch Kurse an

Drei bis neun Monate benötigt sie für eine Skulptur, die quasi ein Spiegelbild der Seele ist. Dann kommen Steinkettensäge und Kompressor zum Einsatz, genauso wie Hammer, Meißel, Feilen, Raspeln und Schleifpapier. Die Bildhauerei ist eine staubige Angelegenheit, die viel Körperkraft erfordert. „Drei bis vier Arbeiten habe ich, jeweils abwechselnd, immer in Arbeit“, sagt Sonja Mosick-Lewin, die sowohl auf dem Goldbekhof in Winterhude als auch in ihrem eigenen Atelier in Ohlsdorf Kurse anbietet. Meine aufgestellten Steine strahlen die Energie Ihres Seelengeschenkes aus und verleihen Ihrem Platz die heilsame Energie der verbundenen Seele.
Die bereits erwähnten Serien mit so zauberhaften Titeln wie Blütenprachten, Wasserwelten oder Himmelsflug oder der neuesten, You and Me, komplettieren ihre Arbeit, deren Faszination sich unter anderem aus dem Spannungsfeld zwischen weicher Form und dem harten Material ergibt. Inzwischen arbeitet sie nicht mehr nur mit Stein, sondern auch in Bronze, einem weiteren hochwertigen Material. Dabei steht nicht von vornherein fest, welcher der Serien die Skulptur später zugeordnet wird.

Nächste Station: Karibik

Einen ganz besonderen Arbeitsschwerpunkt fand Sonja Mosick-Lewin, die mit ihren Werken schon auf unzähligen Ausstellungen im In- und Ausland vertreten war, übrigens in der Karibik. Drei Jahre lebte und arbeitete sie auf Saint-Martin (Niederländische Antillen). Mittlerweile hat die Bildhauerin Kunden aus aller Welt. Unter anderem für den Karibik-Katalog war sie übrigens noch auf andere Weise schöpferisch tätig: Die zu den Kunstfotos passenden Gedichte stammen ebenfalls aus ihrer Feder. „Die Gedanken fallen vom Himmel und setzen sich dazu“, erläutert sie.
Ausgleich zur kreativen Tätigkeit ist für Sonja Mosick-Lewin das Laufen, ebenso wie das Segeln mit ihrem Mann, außerdem reist sie gern – im Frühjahr geht es wieder in die Karibik, dann ist auf Saint-Martin eine neue Ausstellung geplant.
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