Hamburg: Drogen in Meiendorf?

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Die Stadtteilkonferenz Meiendorf will gegen jugendlichen Drogenkonsum vorgehen, auch in dieser Bauruine

Bezirksabgeordnete diskutieren über Straßensozialarbeit – und Wehrumzug

Von Rainer Glitz
Meiendorf/Oldenfelde Der Gebäudekomplex an der Kreuzung Spitzbergenweg/Nordlandweg steht seit Jahren leer. Das Grundstück ist mit Unkraut zugewuchert, überall liegt Müll, die Wände voller Graffiti. Anwohner der Bauruine in Meiendorf berichten, dass sich dort Jugendliche treffen, um Cannabis zu rauchen. Möglicherweise wird dort auch mit Drogen gehandelt. Mitarbeiter der Jugendhilfeeinrichtungen im Stadtteil bestätigen diesen Verdacht. Einsätze der Polizei vor Ort haben das Problem offenkundig nur kurzzeitig verdrängt. Das Netzwerk Meiendorf, die Jugendberatung VIVA Wandsbek und der Jugendclub Mittendrin veranstalteten bereits eine Diskussionsrunde in der Rogate-Kirche.
Die Stadtteilkonferenz forderte jetzt Konsequenzen: 1,5 zusätzliche Stellen für die Straßensozialarbeit in Meiendorf/Oldenfelde. Die CDU nahm den Vorschlag auf und forderte in einem Debattenantrag „unverzüglich personelle Ressourcen“ einzusetzen. „Wir brauchen keine Umverteilung, sondern zusätzliches Personal“, sagte Claudia Folkers bei der aktuellen Sitzung der Bezirksversammlung. „Wir müssen mit unserem Geld haushalten“, hielt dem Marc Buttler von der SPD entgegen. Das Thema Drogenkonsum sei wichtig. Die SPD sei jedoch dafür, eine genaue Analyse der Lage und der Personalressourcen vor Ort abzuwarten. Meiendorf sei ein stabiler Stadtteil, ergänzte Christina Langeloh von den Grünen. Auch sie plädierte dafür, mit der Polizei, den Schulen und Jugendeinrichtungen offene Fragen zu klären. Dieser Vorschlag fand bei allen Fraktionen außer der Linken Zustimmung.

Umzug der Feuerwehr?

Ein weiteres Thema aus dem Stadtteil beschäftigte die Bezirkspolitiker. Die CDU möchte, dass die Freiwillige Feuerwehr Meiendorf von der Lofotenstraße in den Bargkoppelweg auf das Grundstück der ehemaligen Druckerei Broschek zieht. Dort könnte zusätzlich ein Rettungswagen der Berufsfeuerwehr stationiert und das alte Grundstück für den Wohnungsbau verkauft werden. „Die Lofotenstraße ist eng und oft zugeparkt“, so CDU-Fraktionschef Eckard Graage. Außerdem gebe es häufig Streit mit Anwohnern wegen Lärmbelästigung. Ein Umzug wäre im Prinzip wünschenswert, antwortete Marlies Riebe von der SPD. Eine entsprechende Prüfung der Innenbehörde laufe aber bereits. Karin Jung von den Grünen verwies darauf, dass das Broschek-Gelände angeblich kontaminiert ist. Nun soll der Regionalausschuss Rahlstedt sich mit dem Thema befassen.
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